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Safran.
Nach dem Aufweichen in Wasser lässt sicli die Safrannarbe mit derPräparirnadel leicht flach ausbreiten. Sie hat dann im ganzen einen fast spatei-förmigen Umriss.
Der Safran besitzt einen starken eigenthiimlichen Geruchund einen gewürzhaft bitteren und etwas scharfen Geschmack.Gekaut färbt er den Speichel orangegelb. Am Lichte verfärbter sich allmählich, bleicht etwas aus und verliert, wenn nicht gutverwahrt, an Geruch.
Von den verschiedenen Sorten des Safrans kommen bei unsin Betracht:
1. Oesterreichischer Safran, die theuerste Sorte, vongleichförmiger braunrother Farbe, weil nur aus den vom Griffelabgerissenen Narben bestehend.
Er kommt nur in sehr geringer Fi s- 175 -
Menge im Handel vor. *)
2. Französischer Safran(besonders Gatinois-Safran). Inder naturellen Waare hängen dieNarben zum grossen Theile noch
langen
mit einem verschiedenStücke der oberen gelben Partiedes fadenförmigen Griffels zu-sammen. Die Sorte ist daherzweifarbig: b raun rot h mit gelbgemischt, übrigens gleich demösterreichischen Safran von kräf-tigem und reinem Safrangeruehe.
Französischer Safran ist diebei uns gewöhnlich gebrauchteSorte, übrigens wird gewiss viel
8. Spanischer Safran,welcher in guter Waare mit ihmganz übereinstimmt, als fran-zösischer Safran verkauft, daSpanienfvorzüglich in LaMancha,bei Huelva, am Golfe von Oadix,in Alieante etc.. auch auf Palma und Mallorca) viel mehr Safranproducirt als Frankreich.
A Safran (Crocus), die drei Narben untennoch mit einem Stück des Griffels in Ver-bindung, B Zungenblüte der Ringelblume(Calendula). A und B 2mal vergrössert,G Blüte des Satlors (Carthamus tinc-torius) ohne Fruchtknoten, l^mal ver-grössert.
*) Oesterreichischer Safran wird in sehr beschränkter Menge (Productionangeblich jährlich einige 30 Kgrm.) in einzelnen Gegenden Niederösterreichs, wiebei Eavelsbach, bei Meissau, bei Loosdorf in der Nähe von Melk, Neustift amFelde, Münichhofen etc. erzielt. Ueber die Cultur der Safranpflanze und dieGewinnung des Safrans in Niederösterreich liegt eine interessante Publication desPfarrers Ulrich Petrak aus Ravelsbach vom Jahre 1797 unter dem Titel:..Praktischer Unterricht, den niederösterreichischen Safran zu bauen" (Wien undPrag) vor. Damals war die Cultur noch einigermassen ausgedehnter. Nach Th.F. Hanausek, Nahrungs- und Genussmittel, 1884, beschäftigen sieh noch etwa10 Grundbesitzer in Meissau mit dieser Cultur. Die Ernte findet im October statt.Man sammelt die ganzen Blüten ein und reisst die Narben erst zu Hause ausdenselben heraus. Diese werden alsdann auf Haarsieben am Herde getrocknet