Cacao, Cacaobolmcn.
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Der gerottete Cacao unterscheidet sich daher durch einenmilden, ölig-süsslichen, kaum mehr herben Geschmack von demungerotteten (Sonnen-) Cacao, d.i. von den einfach an derSonne getrockneten, mehr zusammenziehend und bitter schmecken-den Cacaosamen, wie sie namentlich von den westindischenPflanzungen (Inselcacao) und aus dem Gebiete des Orinocco undAmazonas, hier zum Theil von wildgewachsenen Pflanzen ge-sammelt, in den Handel gelangen.
Nach den Culturformen des Cacaobaumes, nach der Provenienz,nach den Culturverhältnissen, besonders aber nach der mehr oderweniger grossen Sorgfalt bei der Einsammlung, Zubereitung undAufbewahrung der geernteten Samen unterscheidet man im Handelsehr zahlreiche Cacaosorten, welche durch Grösse, zum Theilauch durch die Form und das sonstige äussere Aussehen, durchGeruch und Geschmack mehr oder weniger sich unterscheiden. Imeuropäischen Handel kommen wohl am häufigsten vor Guaya-quil- (besonders Ariba-, Machala-)*) und Caracas-Cacao. Letz-terer ist die geschätztere Sorte.
Von sonstigen, besonders für die Chocoladefabiication in Betracht kommen-den Sorten sind hervorzuheben: Maracaibo-, Puerto-Cahello-, Trinidad-, Soconusco-,brasilianischer (Maranham-, Para-, Bahia-) und Domingo-Cacao, von den ausser-amerikanischen Sorten der Geylon-Cacao.
Die Cacaosamen des Handels (Cacaobohnen) sind meistmehr oder weniger flach-eiförmig, bis 2 - 5 Cm. lang, am stumpferenbreiteren Ende mit einem flachen, glatten Nabel, von dem auslängs der etwas stärker gewölbten Schmalseite ein gewöhnlichdeutlicher Nabelstreifen in das entgegengesetzte weniger stumpfeund schmälere Ende verläuft, um sich hier in mehrere Gefässbündelaufzulösen, welche als zarte Streifen in der Samenschale über dieBreitseiten zum Nabel zurücklaufen.
Die dünne, zerbrechliche, hellrothbraune oder graulichbrauneSamenschale umsehliesst den nährgeweblosen Keim. Sie ist anihrer Innenfläche mit einem sehr zarten, farblosen, durchsichtigenHäutchen (Silberhaut) bekleidet, welches in Fetzen hie und da auchan der Oberfläche des Kerns haften bleibt und sich in die Ver-tiefungen der zwei grossen, dicken, unregelmässig gefalteten(Fig. 143), ülig-hartfleisehigen, spröden, dunkelvioletten oder dunkel-braunrotlien Keimlappen theilweise einstülpt. Diese erscheinen wiezerklüftet und zerfallen sehr leicht in kantige Bruchstücke, anderen Bruehflächen Partien des Silberhäutchens haften.
An ihrer Berührungsfläche zeigen die Keimlappen drei starkerippenartige Vorsprünge und umschliessen an ihrem Grunde dasan 6 Mm."lange, meist etwas heller gefärbte, gegen den Nabelgerichtete, fast stielrunde, oft aber durch Schrumpfung etwas ge-rundet-kantige, sehr leicht abbrechende Würzelchen.
*) Durchschnittliche Ernte 350.000 Quint. In Hamburg wurden 1896 ein-geführt 229.959 Säcke Cacao; der Consum betrug 1896 15,697.130 Kgrm.{Gehe's Bei-, April 1897.)