Druckschrift 
1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
Entstehung
Seite
108
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

108

Etheraschlorid = C4CI8 + 4C1Chlor al = C 4 C1 6 0 + H 2 0Kern Methylen = C 2 HCChloroform = C2H2CI4CI2Cyan = G2N2Kern = C14H14

Bitlermandelöl = C14H10O2 + IEBenzoesäure = ChHioOj -f- 0siehe Ladenberg S. 155.

Es bleibt uns nun noch übrig, die aus der Substitutions-theorie von Dumas entstandene Typentheorie kurz zu besprechen;kurz aus dem Grunde weil sie, wenn auch für die Entwickelungder neuern Chemie von hoher Bedeutung, doch auf die Ent-wickelung der Pharmacie nur geringen Einfluss hatte. Wer sichgründlicher mit dieser, neuen Theorie befassen will, findet Belehrung:

1) im Grundrisse der anorgan. Chemie von Rammeisberg,Berlin 1872;

2) in der Entwickeluugsgeschichte der neuem Chemie vonA. Ladenberg, Braunschweig 1801);

3) in "Wurtz Geschichte der ehem. Theorien übersetzt vonAlph. Oppenheim, Berlin 1870;

4) in Hoffmann, Einleitung in die moderne Chemie.

Die Säurehydi-ate sind Wasserstoffsäuren.

Laurent und Gerhard versuchten, theils auf die Davy-Dulongsche Hypothese, theils auf die Substitutionstheorie Dumasgestützt, einer neuen Coiistitutionstheorie der Salze sowie allerchemischen Verbindungen Eingang zu verschaffen.

Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass, nachdem Grahamdie Verschiedenheit der 1-, 2- und ^basischen Phosphorsäure er-klärt und Liebig diese Mehrbasicität der Säuren auf die orga-nischen Säuren übertragen hatte, schon Dumas und Liebig dieser Davy -Dulongschen Hypothese wieder Geltung zu verschaffen gesucht hatten.

Früher wurde schon angeführt, dass Gay-Lussac das Chlorals einfachen Stoff erkannt und Davy unwiderleglich die Zusam-mensetzung der Salzsäure aus Chlor und Wasserstoff nachgewiesenhatte; es genügte die Lavoisiersche Definition, dass alle SäurenSauerstoff enthalten müssten, nicht mehr. Da man im Kochsalzekeinen Sauerstoff fand, durfte dasselbe nach der frühern Defini-tion entweder nicht mehr als Salz (Sauerstoffsäure mit Sauer-stoffbase) angesehen werden, oder man musste den Begriff vonSalz weiter ausdehnen, welchen letzteren Weg Berzelius einschlug;dieser nannte die Salze Verbindungen eines electropositivenStoffes mit einem electronegativen und theilte sie a) in Halogen-salze (Metall mit Halogen, z. B. Na + Cl); b) Sauerstoffsalze(Sauerstoffbase und Sauerstoffsäure z. B. KO + SO3); c) Sulfo-salze (Sulfobase und Sulfosäure, z. B. NaS + C02).

Davy erkannte, dass die sauren Eigenschaften nicht durch