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11. Periode.Die Neugestaltung der organischen Chemie durch Liebig.
Diese, für die Entwickelung der organ. Chemie sehr bedeut-same Periode beginnt mit Liebigs Thätigkeit in Giessen und nah-men an ihr hauptsächlich Dumas und Wöhler Theil.
Zur richtigen Auffassung der Arbeiten dieser 3 Chemikermüssen wir kurz erwähnen, wie Berzelius die Constitution organi-scher Körper ansah.
Nach dieser (dualistischen Ansicht) von Berzelius bestandenalle zusammengesetzten Körper:
1) Aus 2 Elementen, einem electropositiven und einem elec-
H u. 0
tronegativen, z. B.
bindungen erster Ordnung genannt.
K
+
0 Zn
+
Cl
und wurden Ver-
2) Aus 2 Verbindungen 1. Ordnung, darin eine wieder elec-
Fe 2 0 3
tropositiv, die andere electronegativ ist, z.
3S0 3
3H0 _ PO
+
B. K_°u. S 03,
5 , diese wurden Verbindungen 2. Ordnung
genannt.
3) Existiren noch Verbindungen 3. Ordnung, in denen 2 odermehr Verbindungen 2. Ordnung enthalten sind, z. B. (KO, SO3)mit AI2O3, 3S0 3 ) + 24HO.
Diese Eintheilungsweise stützte sich also auf die electrochemi-sche Theorie und suchte Berzelius dieselbe auch auf die Consti-tution organischer Körper zu übertragen, da nun aber Kohlen-und Wasserstoff — die Hauptbestandtheile aller organischen Stoffe— sich nicht so polar-electrisch gegenüberstehen wie Kaliumund Sauerstoff und die organischen Körper meist aus CH, N und0, trotz ihrer grossen Mannigfaltigkeit bestehen, so nahm er or-ganische Radicale an, wolche mit 0, Cl oder anderen Elementensich zu verbinden fähig seien, diese Radicale, meist Kohlenwasser-stoffe oder Kohlenstickstoffe, verhalten sich gegen Elemente wieElemente, z. B. G1H5 (Aethyl) verbindet sich mit 0 zu Aetheroder Aethyloxyd, C4H5 -f- 0, C2N (Cyan) verbindet sich wie dieHalogene mit Elementen, z. B. H -|- C2N (Cyanwasserstoff) K, C 2 N(Cyankalium).
Aus diesem Grunde wurde die organische Chemie auch dieChemie organischer Radicale genannt.
Die Annahme der Radicale gestattete eine der organischenChemie sehr ähnliche Betrachtungsweise für die organischen Kör-per, die trotz ihrer Mannigfaltigkeit leicht zu übersehen warenund die Classification erleichterten.
Die organischen Radicale verhalten sich also ganz ebensowie Elemente zu Elementen der unorganischen Chemie, z. B. AethylC4H5 -f 0, Aethyloxyd = Kalium K + O = Kali (C = 6, H = 1,