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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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8. Periode.Zeitraum der antiphlogistischen Chemie.

Der wichtigste Zeitraum für die Chemie beginnt mit derGründung der antiphlogistischen Theorie der Chemie von Lavoi-sier (die für die Entwickelung der wissenschaftlichen Pharmacievon der grössten Bedeutung wurde; waren im letzten Zeiträumedie Pharmaceuten schon sehr thätig für die chemischen und bo-tanischen Forschungen, so sehen wir von jetzt an diese Thätigkeitsich mehr und mehr für die Entwickelung der Chemie steigern,so dass aus ihrer Schule fast ausschliesslich die grössten Chemi-ker der Zeit herorgehen).

Bis zur letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts standen die che-mischen Thatsachen nur vereinzelt, ohne Beziehung zu einanderda; obgleich die Phlogistontheorie schon eine annähernde Be-ziehung der Körper unter sich anbahnte, so war sie nicht genü-gend eine Erklärung, wenigstens keine klare Vorstellung vomVorgänge beim Aufeinanderwirken der Stoffe zu geben, was erstLavoisier durch die Gründung des antiphlogistischen Systemsgelang. Vor Lavoisier war die Chemie nur ein Haufwerk prak-tischer Erfahrungen, ein Chaos. Lavoisiers und seiner ZeitgenossenStreben ging nun erst dahin, aus den vereinzelten, durch Erfah-rung gesammelten Thatsachen allgemeine Schlüsse zu ziehen, umdie bekannten chemischen Stoffe systematisch zu ordnen. Durchdie Aufstellung dieser allgemeinen Grundsätze wurde der Chemieerst das Recht zu Theil, unter die "Wissenschaften gezählt zuwerden.

Diese Umgestaltung der Chemie, nennen wir sie die Refor-mationszeit derselben, ging aber nicht von Lavoisier allein aus,verbreitet wurde sie von Priestley und Scheele, Marggraf u. A.^willkürlich erinnern Priestley, Scheele und Lavoisier, die durchJ^and und Meer getrennt waren, an die Reformatoren der christ-lichen Kirche: Calvin, Zwingli und Luther, wie diesen ein Huss,gmg jenen ein Rogger Baco, Raymundus Lullius und Nie. Lemeryvoran.

Lavoisier, mit gründlichen philosophischen, mathematischenund physikalischen Kenntnissen ausgerüstet, konnte aber nur beiseinen Arbeiten so glänzende Resultate dadurch erhalten, dass ersich der Waage, und zwar einer höchst genauen, bediente, ein In-strument, das seine Vorgänger nie oder selten in Gebrauch ge-bogen hatten. Nur durch den Gebrauch der Waage war Lavoisierlr n Stande folgende Sätze, die als Fundanientalsätze seiner TheorieZu betrachten sind, aufzustellen:

1) Der von Priestley und Scheele entdeckte Stoff die Le-oensluft verbindet sich mit einigen Elementen, wie z. B. mitKohlenstoff, Schwefel, Phosphor zu Säuren; deshalb nennt er diesen"ton Sauerstoff, Oxygenium.