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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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die Verbindung mit einem besonderen Elemente hervorgerufenwürden, sondern diese entständen durch die Verbindung verschie-dener Elemente; ferner liege im Sauerstoffe nicht der Grund,welcher den Character der Säure bestimme; denn füge mandem Chlornatrium Sauerstoff zu, so würde die Neutralität nichtaufgehoben, und auch die Sättigungscapacität nach Entziehung vonSauerstoff nicht geändert ; Chlorsäure Clö 5 sättigt Natron(NaO), entzieht man dem entstandenen Salze den Sauerstoffdurch Erhitzen, so bleibt das Salz neutral, (NaCl) deshalb willDavy die Chlorsäure nicht mehr als Oxyd des Chlors mit Wasser(C1Ö 5 -f- HO) betrachtet wissen, er fand überhaupt, dass dieChlorsäure ohne Wasser nicht bestehen könne und sieht sie des-halb als eine tertiäre Verbindung aus H, Gl, 06 an.

Dolong untersuchte 1815 die Oxalsäure und fand wie Davybei der Chlorsäure, dass sie ohne Wasser nicht bestehen könne,er sieht sie deshalb ebenfalls als ternäre Verbindung aus C2HO4an. Vorher betrachtete man sie aus C2O3 -f- HO.

Beim Sättigen der ternären Chlor- und Oxalsäure mit Me-talloxyden verbindet sich deren Sauerstoff mit dem Wasserstoffeder Säure zu Wasser, das ausgetrieben, eine Verbindung von Me-tall mit C2O4 zurücklässt. Da nun C2O4 = Kohlensäure ist, diedoch in den Oxalsäuren Salzen nicht als vorhanden angenommenwerden kann und sich diese direct auch nicht mit Metall verbindet,so lag es nahe, die Oxalsäure aus C2O4 + H (also wie die Salz-säure aus Gl und H) als Wasserstoffsäure und die Oxal-säuren Salze als C2O4 -f- Me anzusehen, sie also ganz wie dieHaloidsalze zu betrachten.

Diese Annahme dehnte Liebig, sich dabei zum Theil auf dieGraham'sche Arbeit über die mehrbasische Phosphorsäure stützend,auch auf die anderen organischen Säuren aus.

Dehnt man ferner die Betrachtungsweise auf die anorg. Salzeaus, so müsste das schwefelsaure Kali als K -f- SO4 betrachtetwerden, die Schwefelsäure, eine mit O vollkommen gesättigte Ver-bindung müsste aber dann dem KO Sauerstoff entzogen haben,Wenn wir das schwefelsaure Kali als K + SO4 betrachten sollen,w as allerdings schwer einzusehen ist Die Zersetzung des schwe-telblausauren Silbers durch Schwefelwasserstoff unter Bildung vonSchwefelsilber und Schwefelblausäure wäre den Verwandtschafts-ä'ischauungen zuwider, wenn man das Rhodansilber oder schwe-felblausaure Silber als AgS + Cy 2 S betrachtet, während die Be-trachtungsweise desselben als Ag -(- Cy 2 S 2 solche Reaction wolz 'dässt; so äusserte sich damals Liebig!

Ich möchte hier noch auf eine Reaction hinweisen, die wol2u r Stütze der Ansicht dienen könnte, dass ein Metall den Hv °Ukommen zu vertreten im Stande sei, oder dass eine im Metall^haltende organische Säure existiren könne; setzt man zu einerLösung von weinsaurem Kali Eisenoxyde, Chlorcalcium, so müsstem an annehmen, dass weinsaurer Kalk niederfalle und Chlorkaliumneben Eisenchlorid in Lösung bleibe dem ist aber nicht also