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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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Danke verpflichtet ist, Männer, die als Muster für die jüngere undältere Generation für die Gegenwart und die Zukunft dastehen.

War Hagens Einfluss, nur als Lehrer und besonders alsSchriftsteller für die wissenschaftliche Entwickelung der Pharma-cie gross, so sehen wir die anderen 3 nicht allein als practischeChemiker thätig, die mächtig mit eingreifen, um die Chemie alsWissenschaft zu fördern, sondern auch die socialen Verhältnisse derPharmacie umzugestalten streben, denen es aber dennoch nichtgelingt, die Pharmacie aus den Fesseln der Medicin freizumachen;die Mediciner sind einmal die oberen Leiter der Pharmacie undwollen diese Suprematie nicht einbüssen.

10. Periode.

Die Entwickelung der Lehre von der Isomorphie und die Ent-deckung der in den Pflanzen fertig gebildeten organischen Basen.

War die Entwickelung der Isomorphie durch Mitscherlich 1820von hoher Bedeutung für die Theorie der Chemie, so war siedoch für die Entwickelung der Pharmacie von nur untergeordne-tem Interesse, wogegen die Entdeckung des Morphiums im kry-stallisirten Zustande durch Sertürner, welchem die Entdeckungder Alkaloide der China, der Strychnosarten u. s. w. folgte, fürdie Medicin und Pharmacie höchst gewinnbringend. Waren es jadoch meist Pharmaceuten, die sich bemühten, die Pflanzentheilezu analysiren und nach Alkaloiden zu forschen.

Wichen die Naturforscher die ersten zwei Decennien unseresJahrhunderts vom Wege der practischen Forschung ab, wovonjedoch Männer wie Berzelius und seine Schüler, sowie der grössteTheil der Franzosen auszunehmen sind, so versuchten Andere (eswar die Zeit der Schelling'schen Naturphilosophie) den Weg derSpeculation in der Naturforschung einzuschlagen (der ältereNees von Esenbek, Meisner in Wien, Oken, Kastner u. A.), wo-durch sie nach Liebigs Ausspruch dem Fortschritt der Natur-wissenschaft mehr hemmend als fördernd entgegentraten. Gegendiese Richtung war es nun besonders Liebig, der mit scharfer Kritikdiese solchen Weg einschlagenden Herren geisselte. In folgendemwollen wir nun versuchen den Einfluss zu schildern, den dieEntdeckung der Isomorphie und der Alkaloide auf die Entwicke-lung der Chemie und Pharmacie hatte.

Isomorphie.

Schon der Krystallograph Hauy sprach die Meinung aus,dass verschiedene Krystallform der Körper auf Verschiedenheitihrer elementaren Bestandteile schliessen lasse; Gay-Lussachatte beobachtet, dass ein Kalialaunkrystall in einer Lösung vonAmmonalaun ohne Aenderung seiner natürlichen Form sich ver-grössere ; aber erst E. Mitscherlich gab hierüber eine deutliche Er-