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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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kuiide, Göttingen bei Vandenhoeck und Ruprecht 1872, dasnamentlich den Freunden der Botanik zum Studium zu em-pfehlen ist.

In den ältesten Zeiten, als die Naturwissenschaft noch in derKindheit stand, als sie nur ein Chaos von ungeordnetem Wissen,ein blosses Haufwerk von speciellen Kenntnissen, ohne jedenwissenschaftlichen Zusammenhang war, fallen die Epochen derGeschichte der Pharmacie mit der Entwicklung der Medicin zu-sammen. Als man jedoch eine systematische Anordnung der Na-turkörper und eine wissenschaftliche Auffassung der Chemie an-gebahnt hatte, musste namentlich die Entwickelung der Botanikund der Chemie als Grundlage für die Bildung der Epochen dienen.

1. Abtheilung.

Allgemeine Geschichte der Pharmacie und der

Naturwissenschaft, insofern sie für die Pharmacie

von Interesse war.

1. Periode.

Die Pharmacie als Zweig der Medicin, wird von den Aerzten

ausgeübt.

Es liegt in der Natur des Menschengeschlechts, selbst derunkultivirtesten Völker, beim Erkranken des Leibes nach Mittelngegen dasselbe zu suchen, die Erfahrungen, welche man in derAnwendung von Naturkörpern als Arzneimittel machte, zu sam-meln und wo nöthig in gleichen Fällen anzuwenden. Die Kennt-niss dieser Mittel vererbte sich erst durch die Tradition vonGeneration zu Generation. Als das Menschengeschlecht sichmehrte, Einer hier, der Andere dort Beschäftigung, je nach Nei-gung und Fähigkeiten suchte, beuteten Einzelne die traditionellenErfahrungen zum Besten ihrer Nebenmenschen aus; so entstandendie ersten Aerzte.

Die Wiege der Medicin und Pharmacie finden wir in dem,mit Pflanzen verschiedener Art reich gesegneten Oriente, bei denVölkern der Hindus, den Aegyptern, sowie bei den Griechen undHebräern. Das Pflanzenreich spendete die ersten Arzneimittel,leider fehlen uns jedoch, selbst aus der Zeit nach der Erfindungder Buchstabenschrift, Aufzeichnungen über diese ältesten Tra-