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ist und sich auf solche Pfuscherei einlä st, zu unangenehmen Con-flicten zwischen Arzt und Apotheker fuhren; da findet das alteSprichwort Anwendung: Schuster bleib bei deinem Leisten!
Pfuscht der Apotheker dem Arzte ins Handwerk, so wirddieser mit gleicher Münze zu zahlen suchen und so kann wederfür den Arzt, noch für den Apotheker, noch für das Publicumetwas Gutes herauskommen. Die erste Bedingung, um dem krankenIndividuum zu helfen, ist: Erkennung der Krankheit, hiezu ist eingründliches Studium der Anatomie und Physiologie Hauptbedin-gung, kann diese Bedingung vom Apotheker erfüllt werden ? nein!Es ist leider eine Sucht mancher Apotheker sowie mancher Bar-biere, zu curiren, weil ersterer meist die Wirkung der Arzneimittel,letzterer etwas von Anatomie versteht; reichen sie auch denKranken die unschuldigsten Mittel, so können sie ja doch nichtwissen, welche Krankheit sich im Organismus vorbereitet, dervom Arzte richtig erkannt, vorgebeugt werden kann, so aber zurvollständigen Entwickelung kömmt und dann keine Heilungzulässt.
Es giebt eine Klasse von Apothekern, die von diesem Ge-setze sich grossen Vortheil versprechen, indem sie sich neben dergegebenen Medicin noch ein ärztliches Honorar zu berechnen ge-denken, Männer, die durch Curiren nur Geld schmieden wollen(der edlere Theil der Pharmaceuten wird diese Freiheit nicht be-nutzen wollen, deshalb auch manchen Schaden erleiden), werdender Pharmacie nicht zur Ehre gereichen; solch Gesetz muss dieedle Deutsche Pharmacie auf den schlüpfrigen Weg werfen, dendie Französische Pharmacie seit der Einführung der pharm. •Ge-werbefreiheit geht und zeigt uns dasselbe, wie wichtig es ist, dass derPharmaceut bei Entwerfung der Medicinalgesetze eine berathendeStimme habe; mit der berathenden Stimme scheint mir aber nochzu wenig gewonnen zu sein, sondern es wäre wünschenswerth,wenn in rein pharm. Fragen ein aus mehren Pharmaceuten be-stehender Rath sein Votum gäbe; für Verhältnisse, die Medicinerund Pharmaceuten betreffen, „wie das genannte Gesetz über Aus-übung der medic. Praxis", mögen dann beide berathen.
Es wird viele meiner lieben Collegen befremden, dass ich inden letzten Perioden der Pharmacie mehr die Verhältnisse derApotheker Deutschlands im Auge hatte, ich möchte deshalb hiernoch kurz erwähnen, wie es in den anderen cultivirten Staatenaussieht. In Frankreich, England, Italien, wo die Gewerbefreiheiteingeführt ist, sieht es meist traurig genug aus, so kommen inkeinem Lande mehr Vergiftungsfälle durch laxe Giftverkaufge-setze vor, als bei den auf ihre Freiheit pochenden Engländern,die Französische und Italienische Pharmacie stehen weit unter dersoliden Deutschen; geschieht auch in Frankreich nicht wenig fürdie Ausbildung der Apotheker, die einen gründlichen Cursus inden speciell für sie errichteten pharmaceutischen Schulen durch-machen müssen, so verfallen dieselben doch meist, wenn sie eineApotheke errichten, in den Fehler ihrer andern Collegen, indem