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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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sie zu (mit Specialitäten handelnden) Krämern herabsinken. Giebtes auch noch manchen gründlich gebildeten und practisch thä-tigen Apotheker in Frankreich, so ist deren Anzahl sehr klein.In Italien bereitet man neue Gesetze vor, aber die Gesetzgebersind Aerzte, Juristen und Theologen, die den pharmaceutischenStand ganz ruiniren werden, sollte man es glauben: auf denUniversitäten ist der Lehrstuhl der pharm. Chemie ganz einge-gangen! Obgleich in Oesterreich das Schreien nach Gewerbefrei-heit noch nicht hat durchdringen können, so stehen eben-falls nur Aerzte und Juristen an der Spitze medicmischer Gesetz-gebung und werden die Stimmen rechtschaffener Pharmaceutennicht gehört. Die Schweiz, Russland und Schweden schhessen sichan die Deutsche Pharmacie an. Aus Spanien hört man vieleKlagen über Bedrückung der Pharmacie von Seiten der Aerzteund Gesetzgeber. In Holland ist den Aerzten das Selbstdispen-siren erlaubt und steht es darum traurig um die Apotheker.Amerika, das bis vor wenigen Jahren sich die Englische Phar-macie zum Muster nahm, hat sich in kurzer Zeit bedeutend auf-gerafft und zwar nicht die Regierung, sondern die Vereine derPharmaceuten und streben diese mit Kraft und Sachkenntnis emeVerbesserung der Pharmacie an, so dass wir von unseren trans-atlantischen Collegen lernen können, was die Vereinigung aller,wenn nur der gute Wille vorhanden ist, vermag.

Amerika besitzt 3 Colleges of pharmacy, welche solchen, diehinreichende wissenschaftliche Kenntnisse besitzen, Diplome er-teilen; so entstanden die Colleges of Rlinois, Baltimore, Boston,Chicago, Cincinnati, Louisville, New-York, Philadelphia, St. Louis.Ohne Regierungsunterstützung haben die Apotheker Nord-Ameri-kas durch eigene Opfer diese Vereine gegründet, um die pharma-ceutischen Zustände daselbst zu verbessern. Durch Preisaufgaben,Herausgabe einer Pharmacopoe und der Proceedmgs of tlie Ame-rican pharmaceutical association, at de 17. annual meetmg heed inChicago, Illinois, Philadelphia, London ist schon viel geleistet

r Noch ist der in neuester Zeit gegründete OesterreichischeApothekerverein hier zu nennen, der sich hauptsachlich diewissenschaftliche Ausbildung der Lehrlinge zur Aufgabe ge-stellt hat. . . , Q , ,Auch in St. Petersburg und Riga existiren pharm. Schulen

zur Ausbildung der Lehrlinge. , .

In den Staaten, wo die Pharmacie ein freies Geweibe, sinddie Arzneien theurer als in den Staaten mit privilegirten Apo-theken Was den Zustand der Pharmacie anderer Welttheileanbetrifft, so ist dieser meist jämmerlich! Näheres darüber siehePhillips Geschichte der Apotheker.