Druckschrift 
1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
Entstehung
Seite
86
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

86

ärmer au Wissen, auch ärmer an Erfahrung weiden, die beidedoch die Grundlagen der späteren Selbstständigkeit sein sollen.

Der Principal sollte aber auch stets darau denken, dass eseine seiner heiligsten Pflichten ist, dem Lehrlinge Gelegenheitund Zeit zu wissenschaftlicher Betreibung seines Faches zugeben;liegt ihm etwas an der Achtung seines Standes, so kann er durchHeranbildung der ihm übergebenen jungen Leute viel dazu bei-tragen, wenn er sie, die doch die Repräsentanten des Standeskünftiger Generationen sind, zu tüchtigen Leuten ausbildet. Da-mit aber nicht die drückendsten Nahrungssorgen solch Streben un-möglich machen, ist es wiederum Pflicht des Staates, durch gediegeneGesetze den Apotheker so zu stellen, dass er mit Lust und Liebeseine gewiss nicht leichten Pflichten zu erfüllen auch im Stande ist.

Was nun die einzelnen Fächer der Pharmacie anbetrifft, sosehen wir, dass:,

1) die pharm. Chemie ausserordentlich grosse Fortschrittemachte;

2) aber auch der, früher practische Pharmacie genannteTheil, jetzt pharm. Technik benannt, erhielt erst jetzt eine mehrwissenschaftliche Basis durch gründliche Bearbeiter, eines Geiger,Zeise, Soubeiran, Buchner, Mohr, Hager u. a. m. Von dieser Zeitan datirt auch die Einführung des Dampfapparates durch Bein-dorff (Zinngiesser in Frankfurt a. M.), der Rommershausen'schenund Real'schen Presse, der Pulverisirmaschinen, des Selbstrührers,der verbesserten Pressen, des von Boullay eingeführten Verdräu-gungsapparates, des Vacuumapparates, der Turbinen und vieleranderen Apparate;

3) die Pharmacognosie erhielt nach dem mehr und mehr be-nutzten Mikroskope, nach der grössern Ausbildung der Pflanzen-anatomie und Physiologie, nach den Forschungen verschiedenerReisenden eine ganz andere Gestalt; besonders förderten sieGuibourt, F. N. v. Esenbeck, Theod. Marthas, J. Pereira, der leiderzu früh verstorbene 0. Berg, Schieiden, Weddel, Wiggers, J. A.Flückiger und der 1871 verstorbene J. B. Henkel.

Unser Jahrhundert, reich an ausgezeichneten Pharmaceuten,musste anregend wirken, nachdem ein Trommsdorff, Buchholz,Geiger, Buchner, Brandes die Bahn gebrochen hatten, ihr Wirkenerstreckte sich bis in die Mitte dieses Jahrhunderts. Von denin dieser Zeit geborenen Apothekern sind zu nennen:

L. Frans Blei, Th. Geissler, Dr. Herzog, J. Schacht,Schlienkamp, C. F. Buchholz, D. F. L. Winkler, Pypers,Ad. Ferd. Duflos, W. Metlenheimer, F. G. Göbel, C. A.Heugel, /,. öl Marquart, Jul. Ed. Heugel, C. L. Rei-mann, Joh. Oellacher, Hancock, Hamilton, J. E. Howard,G. H. Zeller, C. Grüner, P. F. Abi, C. F. Anton, HugoReinsch, H. Becker, F- Dorooult, G. H. Benecke, C. F. Opper-mann, Carl Friedr. Mohr, Nie. Gräger, Polid. Boullay, F. H-Boudel, Joh. Müller, Chr. W. Posselt, Xav. Landerer, L. W.Aschoff, Th. Redwood, Frz. Döbereiner, Wil. Artus, Joh. Ed.