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Arzt sind hier als Richter nicht competent; wir sehen hier wieder,dass der Pharmacie die Vertretung bei der Regierung fehlt.
Man schreit über hohe Taxe der Apotheker und die Geheim-mittelschwindler überschreiten dieselbe- bei ihren Mitteln oft umdas zehn- und zwanzigfache, je theurer da ein Mittel kömmt,desto kräftiger und wirksamer muss es sein! ja, ja, mundus vultdecipi, ergo decipiatur!
Die Fabrikanten der sogenannten Patentmittel waren, nach-dem die Regierung den Eingang der Geheimmittel in ihre Staatenverboten, schlauere Füchse und fingen die Sache feiner an, sie nanntenden Inhalt ihrer Mittel, gingen aber nicht wie Ehrenmänner zuWerke; so hatte ich vor mehreren Jahren Gelegenheit, Pillen zuuntersuchen, die einer Apotheke in Paris entnommen waren undnach der höchst eleganten Vignette 0,033 Gramm hydrojodsauresChinin und eben soviel Jodeisen in jeder Pille enthalten sollten,sie enthielten aber nur 0,012 Gramm des ersten Salzes nebenJodeisen, das nicht quantitativ bestimmt wurde.
So haben uns die Französischen Apotheker mit einer UnzahlPatentmittel, wie mit mehreren Ghininsalzen, pyrophosphorsaurenEisensalzen, citronensaurer Magnesia und vielen andern versehen,welche die Patienten häufig ohne Wissen ihres Arztes brauchtenund oft 5 Mal so theuer bezahlten, als wenn es der Apothekernach der Taxe berechnet hätte. Nur eines müssten die DeutschenApotheker von diesen Herren gelernt haben — die Arznei in einefür das Auge und die Zunge angenehmere Form zu bringen.
Jeder offene Kampf einzelner Apotheker gegen solches, einergeregelten Medicinalordnung hohnsprechende Verfahren hilft zunichts, weil die Pharmaceuten, selbst in Staaten mit gut geord-netem Medicinalwesen keine, oder wo Apotheker zugezogen wurden,nur eine berathende Stimme hatten und noch haben. In derneuesten Zeit endlich sind die Regierungen in Deutschland wenig-stens gegen den Schwindel zu Felde gezogen.
Was aber auf die Pharmacie und namentlich auf die practisch-chemische Ausbildung der jungen Fachgenossen einen schlimmenEinfluss hatte, war die Errichtung der Fabriken von chemisch-pharm. Präparaten, durch welche die Darstellung dieser aus denpharm. Laboratorio fast ganz verdrängt wurde und muss deshalbder Apotheker zum Krämer herabsinken, da es ihm an Gelegen-heit fehlt das auf der Universität gelernte practisch anzuwenden.Ein Aequivalent ist dem gewissenhaften Apotheker freilich in derqualitativen und quantitativen Untersuchung der gekauften Ppte.geboten, was aber leider aus Trägheit oder aus Mangel an Zeitund Uebung häufig verabsäumt wird, ja deren Ausführung, wennnamentlich eine Umarbeitung erfolgen muss, viel mehr Zeit bean-sprucht als die Darstellung der Präparate selbst. Wer nochSinn für practisch-chemische Arbeiten hat, arbeitet wol, wenn auchnicht immer, mit pecuniärem Vortheil.
Das schlimmste aber ist, dass die Herren, welche die Taxe derApotheker berechnen, selbst bei chemischen Ppteu die Preiscou-