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von Pelletier und Caventou, fingen die Deutschen Chemiker, na-mentlich aber speciell die Pharmaceuten an, in allen wichtigenMedicinalpflanzen nach organischen Basen zu forschen, dochwaren es besonders die Französischen Apotheker, welche die Her-stellung der Alkaloide für ihren pecuniären Vortheil im Grossenauszubeuten begannen, bis auch endlich in Deutschland eineFabrik von Merck jun. in Darmstadt entstand, die zu grossemRufe gelangte und sich denselben bis auf den heutigen Tag zubewahren wusste.
Das Jagen nach Alkaloiden führte auch hier auf manchenIrrweg, mancher Bitterstoff, manches krystallinische Harz, manchesGlucosid wurde als Alkaloid angesehen und mit der Endung in(Absynthin, Coryclalin, Piperin, Digitalin) bezeichnet, bis gründ-lichere Untersuchungen die lleindarstellung derselben ermöglichtenund die wirklichen Alkaloide von den falschen unterschieden, wo-zu besonders die von Liebig verbesserte organische Elementar-analyse viel beitrug. Unter den Deutschen Pharmaceuten, diesich die Darstellung der Alkaloide angelegen sein Hessen, sindbesonders W..Meissner, Geiger, Buchner, Merck jun. und Rei-mann, unter den Franzosen Pelletier, Caventou, Robiquet, Cuerbezu nennen. Geiger gelang es zuerst, ein flüchtiges Alkaloid —das Goniin — zu entdecken.
Dumas verdanken wir die Analyse vieler Alkaloide, die Fest-stellung der Atomgewichte dieser organ. Basen bekam aber ersteine feste Stütze durch die Erzeugung von Doppelverbindungender Salze dieser Basen mit Metallchloriden, namentlich mit Chlor-platin und Chlorgold.
Die in dieser Zeit thätigen Apotheker und Naturforscherstammten fast alle aus dem vorigen Jahrhunderte und führtenwir dieselben am Ende der 9. Periode auf.
Was nun aber die Pharniacie anbetrifft, so war die Grün-dung des Nord-Deutschen Apothekervereins im Jahre 1820 durchRud. Brandes von grosser Tragweite und sollte es namentlich inder nächstfolgenden Periode der Neugestaltung der organischenund physiologischen Chemie werden, die, wenn sie auch für die Wissen-schaft liehe Eutwickelung der Pharmacie sehr wichtig wurde, dochder socialen Stellung der Pharmacie zum Schaden gereichte, wiewir im nächsten Abschnitte zu sehen Gelegenheit haben werden;es traten Verhältnisse ein, welche zu ändern nicht in der Machtder Pharmaceuten lag, Verhältnisse, die den pharmaceutischenStand schwer drückten, aber nicht von den Apothekern verschul-det waren; hierher ist zu rechnen: das Umsichgreifen der Homöo-und Hydropathie, der Nihilismus der physiologisch-medicinischenSchulen, was Arzneiwirkung betrifft, die Errichtung vieler ehem.Fabriken, die auf die Pharmacie als Erwerbszweig schädlich ein-wirkten.