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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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0 = 8), Aethyloxyd und Kali gehören also zu den Verbindungen1. Ordnung.

Aethyloxyd C4H5O und Wasser (HO) verbinden sich zu Alko-hol oder Aethyloxydhydrat wie Kali mit Wasser zu Kaliumoxyd-hydrat. Aethyloxyd und Essigsäure C4H5O -f- C4H3O3 zu essig-saurem Aethyloxyd wie Kali und Essigsäure zu essigsaurem Kali;diese gehören also zu den Verbindungen 2. Ordnung.

In die Mitte des 3. Decenniums des 19. Jahrhunderts fälltdas Auftreten Liebigs, durch welchen die organische Chemie be-sonders, sowie die Chemie im Allgemeinen eine mächtige Umwäl-zung erfuhr:

1) Durch die von diesem Chemiker verbesserte Methode derorganischen Analyse, respective durch Einführung des Kugelappa-rates,die so unscheinbare Construction", die aber von grossemEinflüsse auf die Feststellung der quantitativen Verhältnisse vonKohlenstoff und Wasserstoff in den organischen Körpern war.

2) Durch die Beweisführung, dass auch Sauerstoff enthaltendeRadicale existiren, durch welche die Aufstellung des Benzoyls alsRadical der Benzoesäure und des Benzoylwasserstoffs oder Bitter-mandelöls ermöglicht wurde.

Berzelius sagt von dieser Arbeit, welche Liebig gemeinschaft-lich mit Wöhler ausführte: das Benzoyl sollte eigentlich Promoder Orthrin (Morgendämmerung) genannt werden, da es dieMorgenröthe der organischen Chemie heraufbeschworen habe.

3) Durch die vielen chemischen Untersuchungen, welche inLiebigs Laboratorium mit der grössten Genauigkeit ausgeführtwurden, aus welchen höchst geistreiche Schlüsse, besonders inBezug auf Physiologie, Landwirthschaft und gewerbliche Industriegezogen wurden, die wiederum Anlass zu neuen Fragen, die mandurch das Experiment zu beantworten suchte, gaben.

Waren früher wenigstens 4 /5 der Chemiker aus der Schuleder Pharmacie hervorgegangen, so widmeten sich von nun an einegrosse Anzahl junger Männer speciell der Chemie, theils um sichzu Lehrern, theils für die Industrie auszubilden.

Zu keiner Zeit hat die chemische Industrie grössere Fort-schritte gemacht und den Wohlstand der Staaten so gefördert,als in dieser Zeit.

Nachdem schon vorher Berzelius der chemischen Praxis vordem Wege theoretischer Speculation ihr Recht wieder verschaffthatte und viele ausgezeichnete Chemiker (ich erinnere nur anMosander, H. Rose und Wöhler) aus seiner Schule hervorgegangenWaren, ebnete Liebig diesen Weg noch mehr und ging weiter, in-dem er seine Versuche, namentlich was Physiologie und Land-wirthschaft anbetraf, in grösserem und erweitertem Maassstabeausführte und es besonders verstand, aus diesen practischen Er-gebnissen Schlüsse zu ziehen, die nicht allein der Praxis, sondernauch der Theorie zu Gute kamen. Rudolf Wagner sagt in seinerGeschichte der Chemie von 1854: Wenn wir auf die Geschichteder organischen Chemie in den letzten Decennien zurückblicken,