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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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schwacher Gehülfen Deutschlands im Jahre 1811 gegründet wurde,auf welche Stiftung Gehlen und Buchholz sich Denkmale gesetzthaben, die nicht dem Zahne der Zeit zum Opfer fallen.

2) Die Rigaer Gehülfenunterstützungskasse versorgt nichtallein alte Gehülfen, sondern unterstützt auch junge Leute beimBesuchen der Universität.

Wenn die pharm. Vereine Zeugniss vom wissenschaftlichenStreben, ächter Collegiahtät und dem Gemeinsame der Apothekerablegen, so legen die Stiftungen für altersschwache Gehülfen Zeug-niss von dem humanen Sinne der Apotheker jener Zeit ab; wenndieses Streben jetzt erkaltet scheint, so liegt es nur an der grös-seren Schwierigkeit des Erwerbens in neuerer Zeit, denn es istnicht zu leugnen, dass auch heute dieser Sinn nicht erloschen ist,aber das Erwerben ist schwieriger geworden.

In alten Zeiten war es Usus, den Aerzten zu WeihnachtenGeschenke zu senden, es ist nun namentlich das Verdienst dieserpharm. Vereine, dass solche dem Stande nicht zur Ehre gerei-chende Unsitte abgeschafft wurde; wenn auch hin und wiedermancher Apotheker kleinlich genug denkt, diese beizubehalten undmancher Arzt solche Geschenke nicht gerne vermisst, so darf siedoch nicht dem ganzen Stande zum Vorwurf gemacht werden.Wenn Seume gerade in dieser Zeit (1803) klagt: Bürgersinn, Ge-meingeist sind veraltet, ohne die kein Staat noch Kraft gewannu. s. w.,. so traf dieser Tadel am wenigsten den pharm. Stand,der seinen Bürgersinn und Gemeingeist vielfach documentirt hat.Was nun das Verhältniss des mit gepudertem Haare einherstol-zirenden Principals zu dem in kalter Dachkammer schlafenden,mit grüner Schürze sich im Geschäfte bewegenden, mit dem trau-lichen Du von dem Herni Principale und dessen Ehehälfte an-geredet werdenden Lehrling anbetrifft, so hielt es schwer, sichaus diesen Handwerks- und Gewerbebanden loszumachen. Schrei-ber dieses erinnert sich noch aus den ersten Jahren seiner Lehre(1823 und 1824) manches gar drückenden Gebrauchs, gedenktaber zugleich auch dankbar, dass sowol Principal als Principalinsich des armen Lehrlings wie Vater und Mutter annahmen, ihnkleideten, und ersterer ihm Anleitung zu practischer und theore-tischer Ausbildung gab. Ich habe oft den Ausspruch von Colle-gen gehört, dass trotz humaner Behandlung die Lehrlinge nichtbesser geworden seien, ich glaube jedoch, dass es damals wiejetzt brauchbare und unbrauchbare junge Leute gab und giebt.Auf den Grundcharacter und die erste häusliche Erziehung kömmtda viel an, wo letztere mangelhaft, wird die Erziehung desLehrlings schwer. Ich habe aber gut erzogene Jünglinge gesehen,die durch inhumane Behandlung oft verdorben wurden. Von gros-ser Wichtigkeit aber ist es, dass die jungen Leute in einem Alterin die Apotheke treten, wo sie noch so biegsam sind, dass siesich an stete Ttätigkeit, Reinlichkeit und grosse Ordnungsliebegewöhnen, Eigenschaften, die ihnen zur zweiten Natur werdenmüssen.