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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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auszuschlagen, so dürfen wir solches dem armen Apotheker nichtübel nehmen, wenngleich solcher Handel ausserhalb der Sphäreder Pharmacie liegt; weit schädlicher aber war der Detailhandelmit Wein und Schnaps, der die Apotheke zum Schnapsladenmachte und Gäste heranzog, deren Anwesenheit höchst störendbei Ausübung der eigentlichen pharm. Arbeiten wurde, denn derPrincipal verlangte vom Receptar auch, dass er die Gäste unter-halte. Doch Gott sei Dank, der Apotheker rindet jetzt bessere,dem pharm. Stande angemessenere Nebenbeschäftigungen, wie dieHerstellung künstlicher Mineralwasser, Destillation äther. Oeleu. a. m. in das Gebiet der Pharmacie oder Chemie einschlagendeErwerbszweige.

Wenn die Regierungen einestheiis , ( ohne den Rathvon Sachverständigen einzuholen"), in der Bewilligung von Con-cessionen zur Anlegung von Apotheken zu leichtfertig verfahren,anderntheils den Apotheker gegen Uebergriffe der Kaufleutenicht schützen, oder wie in Russland Dispensiranstalten auf demLande gründen, in welchen Feldseheere nicht allein die Pharma-cie ausüben, sondern auch wahre medicinische Pfuscher sind(Uebergriffe der Semstwa), dann können wir wieder auf dieseStufe zurückgeworfen werden.

Ein gleiches Zurücksinken ist zu erwarten, wenn bei dem Ge-schrei nach Gewerbefreiheit den nach Selbstständigkeit ringen-den jungen Männern nachgegeben wird, wodurch die gediegeneDeutsche Pharmacie auf die Stufe herabsinken muss, auf welcherdie Italienischen, Französischen und Englischen Apotheker stehen,und von welcher die Pharmaceuten Amerikas mit allen ihnenzu Gebote stehenden Mitteln sich eben freizumachen suchen,welch edelem Streben wir den besten Erfolg wünschen müssen!

Von den pharm. Vereinen, deren Zweck S. 53 angedeutetwurde, waren gegründet:

1) Die Berliner pharm. Gesellschaft durch die Apothekerge-hülfen Berlins 1796.

2) Die Berner und Hamburger pharm. Gesellschaft 1801.

3) Die pharm, ehem. Societät in Riga, durch H. Grindel undB. G. Praetorius 1802.

4) Die Gesellschaft correspondirender Pharmaceuten in Augs-burg 1803.

5) Der Apothekerverein von Baiern durch Alois Hoff-mann 1815.

6) Die pharm. Gesellschaft in Petersburg durch den Chemi-ker Scherer 1817.

Auf die später gegründeten Vereine kommen wir noch ein-mal zurück.

Die Gründung von Stiftungen für altersschwache Gehülfengiebt Zeugniss von der Humanität unserer Vorfahren, es sind hier^u nennen:

1) Die Gehlen-Buchholz'sche Stiftung, die zum Segen alters-