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Gelingt es erst, dem Mangel tüchtig practisoh und theoretischvorgebildeter Gehülfen abzuhelfen, so werden diese auch für die Er-ziehung des Lehrlings von gutem Einflüsse sein, da der Gehülfe,namentlich in grösseren Geschäften, mehr noch als der Principalden Lehrling im Auge hat und letzterer sich diesen meist zumVorbilde nimmt.
B. Trommsdorff sagte beim Aufgeben seines Instituts im Jahre1828 in einer kurzen Selbstbiographie über die Zeit, in welcherer sein Institut gründete (1795): fast allgemein betrachtete mandie Pharmacie als ein Handwerk und das schmerzte mich um sotiefer, je fester ich mich überzeugt hatte, dass die Pharmacie alsZweig der Naturkunde auch auf die Würde, welche deren Bear-beitern zugestanden wird, Anspruch machen konnte. Aber wiewenige Apotheker erkannten diesen Beruf, wie wenige waren vonder Wichtigkeit desselben ganz durchdrungen! daher überallSchlendrian, grobe Empirie und Unwissenheit.
Fragen wir nach solchem Ausrufe, wie steht es heut zu Tagemit der Pharmacie? Unwissenheit und Schlendrian dürften imAllgemeinen weniger dem heutigen Apotheker vorgeworfen werden,aber an deren Stelle sehen wir Gharlatani smus und Krämergeist,gegen die anzukämpfen Pflicht eines Jeden ist, dem die Ehre derPharmacie am Herzen liegt. Werfen wir nur einen Blick auf dieGeheim- und Patentmittelfabrikation in den Staaten, in welchendie pharm. Gewerbefreiheit eingeführt wurde — Frankreich,Italien und England — und wir werden erkennen, dass auchunsere Zeit ihre Gebrechen hat. Hin und wieder finden wir wol dieseGebrechen auch in den Staaten, wo keine Gewerbefreiheit ist, jedochim geringern Maassstabe als in jenen. Was würde der würdigeTrommsdorff von jenem Charlatan einer grossen Stadt sagen, der(Apotheker!) jeden Morgen mit Barometer, Thermometer undReagentienkasten beladen, zum Brunnen vor seinem Hause eilteund dem Knechte nicht früher die Wassertürme füllen lässt, biser sich von der Güte des Wassers überzeugt hat? weshalb dieseProcedur? um dem Publikum seine Accuratesse vor Augen zustellen! doch freuen wir uns, dass solche Beispiele zu den Selten-heiten gehören, Seltenheiten, welche jedoch die Tagespresse gründ-lich geissein sollte. Wir hören sehr häufig diesen und jenen Apo-theker als tüchtigen Geschäftsmann rühmen, wenn er sein Geschäft,ob durch ehrenwerthe oder unehrenwerthe Mittel, zu heben undGeld zu erwerben versteht, man verwechselt da den Geldmenschenmit dem Geschäftsmanne; unter letztern sollte man nur den th'ä-tigen, wo nöthig sparsamen, aber im höchsten Grade pünktlichenund ehrenhaften Mann verstehen , dessen Geschäft stets geordnetund auf der Höhe der Zeit steht!
Unter den Apothekern jener Zeit, die wir (S. 28) nanntenund unter denen nach Scheele bis zu Anfang unseres Jahrhundertsgeborenen, die in der 2. Abth. nachzusehen sind, strahlen vorAllen vier Männer: Carl Gottfr. Hagen, B. Trommsdorff, Chr.fr. Buchholz und Jß. Brandes, denen die Pharmacie zu grossem