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angedeihen lässt und namentlich gegen den Uebergriff der Kauf-leute und den Verkauf von Geheimmitteln, sowie durch eine, derMühe des Apothekers entsprechende Taxalaborum (namentlich einigerDeutschen Staaten). Aber auch die Regelung zur Anlegung neuerApotheken sollte eine sichere Basis haben und dem Urtheile Sach-verständiger unterworfen werden, mit einem Worte: Selbstvertre-tung der Pharmacie durch Regierungsapotheker bei der Medici-nalbehörde. Das Gesetz auf dem Papiere allein ist aber nochnicht zureichend, es muss auch über die Aufrechthaltung dessel-ben streng gewacht werden; und das ist des Pudels Kern, andem auch die besseren Gesetze Schiffbruch leiden! diese Gesetzemüssen ferner nicht Löcher haben, durch welche der Schuldigestets schlüpfen kann.
Ein grosser Fehler wird namentlich beim Entwerfen der Taxamit denjenigen Arzneimitteln gemacht, von denen nur Bruch-theile eines Grans verordnet werden, wo es also gar nichtdarauf ankömmt, ob dieselben 20—30 % theurer notirt werden;z. B. Tart. stibiatus, Hydr. oxydulato-ammoniatum u. s. w., fernersollte man für solche Mittel, die zu einigen Granen verordnetwerden, wie Ferr. lacticum, Sulf. stibiatum aurant. u. a. m.feststellen, dass der Apotheker sie selbst darstelle, damit derLernende Uebung in der Darstellung chemischer Ppte. erlangeund diese Mittel im besten Zustande vorhanden seien!
Dass die Pharmacie in Deutschland im Verhältniss zu anderenStaaten am höchsten stehe — der Deutsche Character, dessenGrundzug Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit ist, eignet sichbesonders für die Ausübung der Pharmacie —, das geben selbst dieHerrn Franzosen, die doch sonst so gern jeden Ruhm beanspruchen,zu. Da der Zweck bei der Bearbeitung dieses Werkchens einesTheils der war, den angehenden Pharmaceuten eine kurze Ueber-sicht zu geben, wie die Pharmacie sich nach und nach, Hand inHand mit der Entwickelung der Naturwissenschaft, ausbildete, undaus dem Chaos des empirischen Treibens zu wissenschaftlicherAuffassung aller ihrer Zweige emporschwang, so musste geradediese Zeit, die in das erste Viertheil unseres Jahrhunderts fällt,etwas ausführlicher behandelt werden; anderen Theils fand iches aber auch unnöthig, der Gesetze einzelner Staaten hier zu ge-denken; wer diese kennen lernen will, findet sie in dem schonöfter angeführten Werke von Phillips, übers, von Ludwig: dieGeschichte der Apotheker, Jena 1853.
Eines Uebelstandes muss ich hier noch erwähnen, der dempharm. Stande zu Ende des vorigen Jahrhunderts nicht zur Ehregereichte und namentlich in den Apotheken kleiner Städte Deutsch-lands zu finden war: die Apotheker, oder doch wenigstens einige,trieben Nebengeschäfte, die wol nicht für sie passten, ia die demeigentlichen Geschäfte zum Schaden gereichen mussten. Wennman mit Colonialwaaren, Strick- und Nähnadeln handelte, um dieZinsen und den Lebensunterhalt aus dem kleinen Geschäfte her-