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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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Männer wie Scheele, Göttling u. A. hervor, es ist solches nur er-klärlich, wenn wir bedenken, dass die Zeit, in welcher die Natur-wissenschaften nach allen Seiten hin gefördert wurden, eine höchstinteressante, vielseitige Anregung gebende war, in welcher dieApotheken als Pflanzstätten der Naturwissenschaft angesehen wer-den mussten. Obgleich einzelne Apotheker für die Hebung derPharmacie thätig waren, so mussten doch auch die unbedeutendenherangezogen werden. Diesen Zweck suchte man durch Gründungpharmaceutischer Vereine zu erreichen, durch welche mau be-zweckte :

a) sich gegenseitig wissenschaftlich anzuregen;

b) sich practische Erfahrungen mitzutheilen;

c) die Hebung des Standes anzustreben. Um aber solches zuerreichen, war es nothwendig, den Lehrling als Schüler anzusehen,dem man Anleitung zu wissenschaftlicher Ausbildung zu gebensich verpflichtet fühlte.

Solche Grundsätze, namentlich den letztern, zur Geltung zubringen, hatte besonders bei den Herren der alten Schule grosseSchwierigkeiten, denn wer macht sich gerne von den Gewohnhei-ten der Jugend so leicht los? Durch Regierungsbefehle Aenderun-gen zu erzwingen, hatte auch seine Schwierigkeit, es blieb alsonichts übrig, als der Zukunft zu überlassen, was der Gegenwartzu erreichen nicht möglich war. Was der Regierung überlassenwerden musste, war:

a) mit Strenge zu fordern, nur Lehrlinge mit genügendenSchulkenntnissen in die Apotheken aufzunehmen;

b) nach beendeter Lehrzeit ein Examen über die in derLehrzeit erworbenen Kenntnisse abzulegen. Leider sah es aberda noch lange Zeit hindurch in Deutschland sehr traurig aus,denn solch ein Examen hatte der Physicus (ein Mediciner) abzu-halten, mit dessen Wissen es meist was practische Pharmacie,Botanik, Pharmacognosie und Chemie anbetraf schwach be-stellt war.

In Russland schlug man einen besseren Weg ein; bis 1826examinirten zwei Apotheker im Beisein der Glieder der Medicinal-verwaltung den die Lehre beendet habenden Lehrling, von da abmusste aber das Gehülfenexamen auf den Universitäten vor denProfessoren der Pharmacie abgelegt werden. Leider waren aberdie Professoren der Pharmacie wieder nur Mediciner, denen dasWesen der practischen Pharmacie ganz fremd war (nur Dorpatmachte hiervon eine Ausnahme).

Ersichtlich ist, dass nach der Neugestaltung der Phar-macie die Apothekerverordnungen früherer Jahre ebenfalls nichtmehr der Zeit entsprechend waren und sind sie es bis heut zuTage noch nicht, da sie meist noch von Medianem entworfenwurden, denen die Praxis der Pharmacie abgeht. Strenge Ge-setze, aber nur ausführbare, für den Apotheker sind gut und noth-wendig, je strenger aber dieselben sind, desto grösser muss auchder Schutz sein, welchen man dem Apotheker als Aequivalent