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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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positiv gegen das dem Sauerstoffe näher stehende Element im Kreiseder electrischen Säule verhält. Diese Spannungsreihe ist mit nurwenigen Ausnahmen auch zugleich als Affinitätstabelle anzusehenund stimmt mit den Verwandtschaftstabellen überein, wie sie ausden Versuchen, die zur Feststellung derselben von Bergmann,Berthollet, Kirwan u. A. angestellt wurden, hervorgingen, wennnicht Nebeneinflüsse wie Glühhitze, Massenwirkung, Aggregatzu-stand u. s. w. störend einwirken*).

War der Einfluss der Botanik nach Linnes Auftreten für dieEntwickelung der wissenschaftlichen Pharmacie von grosser Be-deutung gewesen, so steigerte sich dieselbe durch die Feststellungder Gesetze der chemischen Statik von Tage zu Tage. Warder grösste Theil der Apotheker früherer Zeit nur thätig gewesen,mechanische Arbeiten auszuführen und ihre chemischen Pptenur nach bestimmten Vorschriften darzustellen, ohne nach demwie und warum zu fragen, so wurde es von dieser Zeit an anders;sie mussten sich mit der Theorie der Chemie bekannt machenund als sie solches thaten, kamen sie,die an genaues practischesArbeiten gewöhnt wareD", zu Resultaten, die da häufig mit derTheorie nicht im Einklänge standen; so wurden aus den empiri-schen Arbeitern Forscher.

Die chemische Statik lehrt nun die für Herstellung einesPptes zu nehmende Quantität nicht allein, sondern auch dieQuantität des zu erhaltenden Products genau zu berechnen oderdie Arbeiten theoretisch zu controlliren, was wieder Veranlassungwurde, die Vorschriften zur Darstellung pharm, ehem. Ppte zuverbessern.

Das Hauptresultat solch theoretischer Forschung aber warum die neueren Ansichten sich gründlich zu eigen zu machendass man eifrig Mathematik und Physik studirte, ferner wurdenfür den in die Apotheke tretenden Lehrling Ansprüche gründ-licher Schulkenntnisse zur Bedingung gemacht und solche bessereSchulbildung forderten nicht allein die Apotheker, die ihren Standlieb hatten, sondern auch der Staat. Dass die Pharmaceuten indieser Zeit anfingen, das Studium der Botanik zu vernachlässigen,um sich mehr und mehr der Chemie zuzuwenden, war nicht zuloben, leider wird das Studium der Botanik auch heut zu Tagevon der pharmaceut. Jugend zu sehr vernachlässigt.

Eine Folge der Entwickelung der Pharmacie durch die neueRichtung der Chemie war:

1) Umarbeitung der Pharmacopoeen, um die Nomenclatur unddie Darstellung der Ppte der Wissenschaft anzupassen.

Waren die Pharmacopoeen der früheren Jahrhunderte meistv on Medicinern bearbeitet, so musste man nun practisch undtheoretisch gebildete Pharmaceuten hinzuziehen; solch eine von

*) Der im Kreise der electrischen Säule am positiven Pole auftre-tende Stoff lieisst der electronegative, der am negativen Pole auftretendeder electropositive.

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