Allgemeines.
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stehen wir eine gewisse Uebereinslimmung in der Zusammensetzung verschie-dener hinsichtlich des Ursprungs übereinkommender Alkaloide z. B. des Chi-nins, Cinchonins und Aricins, des Codeins und Morphins. — Im Allgemeinengiebt man den Namen der Alkaloide die Endung m (ine, ina), im Lateinischenum (vielleicht besser in«), und bezeichnet sie durch ein über die Anfangs-buchstaben gesetztes Kreuz. Bei dem grossen Ueberhandnehmen der Endungin in der Vflanzenchemie, wäre es wohl nicht unzweckmässig, nach dem Vor-schlage von "VViooehs dadurch die Alkaloide erkennbar zumachen, dass manihnen allein diese Endung Hesse, alle anderen nicht basischen, bisher auf inendigenden Pflanzensloffe auf if endigte. Für die Radikale grösserer Verbin -dungsreihen ist die von Bkrzklius und vielen deutschen Chemikern angenom-mene >•! sehr zweckmässig, während andere sich auch hier der Endung in,die Franzosen des wenig ausgezeichneten ine häufig bedienen.
So wenig es bei den in ihren Eigenschaften so sehr verschiedenen or-ganischen Säuren möglich war, irgend etwas Allgemeines über die Darstel-lung zu sagen, so gut geht diess hier an. Da die Alkaloide in den Pflanzennie frei, sondern stets in Verbindung mit einer Säure — meist Aepfelsäurelind Gallussäure, zuweilen auch einer eigenlhümlichen Säure — vorkommen,so erhält man sie im Allgemeinen am leichtesten, wenn man die Pflanzen-theile mit Wasser (oder Alkohol) unter Zusatz kleiner Mengen einer Säure(meist Salzsäure) auszieht, den Auszug etwas eindampft und dann mit Alkalifällt, oder mit Magnesiahydrat kocht. Der von Farbstoff auf passende "Heisegereinigte Niederschlag wird dann mit kochendemm absolute Alkohol ausge-zogen, welcher das Alkaloid aufnimmt. — Bereits bei der Eichengerbsäure isterwähnt worden, dass sich auch Gerbstofflösung als allgemeines Eällungsmittelfür die Alkaloide benutzen lässt, auch haben wir dort die allgemeinen Eigen-schaften der auf diese Weise entstehenden Niederschläge angegeben. — Die-jenigen Alkaloide, welche flüchtig sind, werden durch Destillation ihrer Salzemit Aetzkali erhallen. — Man muss solche allgemeine Methoden kennen, da esjetzt erwiesen ist, dass nicht blos gewisse Classen von Pflanzen Alkaloideenthalten, soudern dass man überall danach suchen darf und muss.
Die Wichtigkeit der Alkaloide in medicinischer Hinsicht ist aus dereinzigen Bemerkung klar, dass sie in der Kegel die Hauptlräger der medici-uischen Wirkungen der sie enthaltenden A^egetabilien sind.
Wir thoilen die Alkaloide zunächst in unzweifelhafte und zweifelhafte,d. h. noch sehr unvollständig gekannte. Jene zerfallen wieder in lixe undflüchtige; unter den fixen bilden die Chinaalkaloide, Chinin, Cinchonin,und Aricin, die Opiumalkaloide Morphin, Codoin, Narcotin undThebain, die Strychnosalkaloide Slrychninund Brucin, die Niesswurz-alkaloide Veratrin, Sabadillin, Jervin, zusammengehörige Gruppen,