72J IL Abtkeil. Von der Zerstörung der Pßanzens/offe.
(S teinkohlenöl) gewonnen; wie denn überhaupt die Erscheinungen, wel-che die Steinkohlen bei trockner Destillation zeigen , auf ihrem Gehalle ansolchen harzigen und öligen Produkten beruhen. Je reiner die Naphtha,desto weniger gefärbt, desto leichler ist sie (man hat sie von 0,75 bis 0,85spec. Gew.) und desto weniger Rückstand lässt sie bei Destillation mit Was-ser. Nicht selten kommt das weiterhin zu erwähnende Paraffin darin vor,welches dann bei 75— 79° übergeht und kryslallinisch erstarrt; ein Umstand,der sehr gegen die hier angenommene Enlstehungsweise des Sleinöls spricht.Der flüchtigste Theil der Naphtha, welcher bis mit 70" übergeht, hat einspec. Gew. = 0,753. An der Luft verändert sich das Steinöl nicht. Esbrennt ganz ruhig; ein Gemenge von Steinöldampf und Sauerstoff verpufftdurch den elektrischen Funken. In glühenden Röhren zersetz! sich das Steinölund man erhalt dabei eine ähnliche bei 350" in Krystallen subliinirbare Sub-stanz, wie bei Zersetzung von Alkohol- und Aetherdampf. Steinöl löst sichnicht in Wasser, ist aber mit absolutem Alkohol, Aether und Oelen in allenVerhältnissen mischbar. Es wirkt als Lösungsmittel für Schwefel, Phosphor,Jod, viele Harze u. s. w. Chlor wirkt unter Salzsäureenlwickluug und Bil-dung einer öligen Verbindung zersetzend. Alkalien wirken nicht auf Steinöl,Säuren wenig; selbst Kalium verändert sich nicht darin. Die Naphtha ist je-denfalls ein Gemenge verschiedener fluchtiger Oele oder vermag sich durchZersetzung in der Hitze stets in neue Produkte verschiedener Flüchtigkeitund Schwere zu zerlegen; es ist nämlich nach den Untersuchungen von Hessnicht wohl möglich, bei Destillation von Steinöl (welche von 20° an bis215° und höher kochende Produkte liefert) zu Destillationsproduklen vonconslantem Siedepunkte zu kommen. Nach Saussuiie, Dumas, Blanch&Tund Sell bestehen die Naphtheu verschiedenen spec. Gewichts und Koch-jjeinkts aus C 3 H 5 . Das spec. Gew. des Dampfes der bei 70° kochendenNaphtha fand Dumas und Saussujie 2,83.1, was mit jener Formel überein-stimmt. Hess hat jedoch neuerdings zu zeigen versucht, dass alle hier vor-kommenden %erschiedenen Produkte, auch die Sleinkohlennaphlha ohne Un-terschied isomerisch und = CII 2 seien. Die Entscheidung darüber bleibtnähern Untersuchungen noch vorbehalten.]
Vierter Abschnitt.Von der Zerstörung der Pflanzenstoffe durch Hitze.
[ Hohe Temperaturen verstärken bekanntlich die meisten Elemeular-vervvandtschafleu, um so mehr, je einfacher sie sind, sie schwächen aberim Allgemeinen die Verwandtschaften zusammengesetzter Körper; dabei batdie mehr oder minder grosse Neigung der Körper, Gasgestall anzunehmen,