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Die Pflanzenchemie : ein Handbuch für Aerzte und Apotheker ; unter theilweiser Zugrundelegung von Thomson's Organic Chemistry und mit Benutzung der besten Quellen
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138 l Abth. V. d. Pflanzt »stoßen. ll.Cl. Pflunzcnulkuloidc.

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teil.

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Unzweifelhafte Pflanzen alkaloide.

+1) Chinin (Chinium, Quinium, Quini/ic, Chinina) Ch.

[Die officinellen ächten Chinarinden enthalten fast alle diese Pflrtlizen-basis, wohl stets in Begleitung der folgenden, an Chinasäure gebunden. Inmanchen Binden waltet das Chinin vor, in anderen das Cinchonin — beidesind einander sehr verwandt und äusserst schwer zu trennen, daher auch dieDarstellungsmethoden für beide, bis auf die letzte Trennung, dieselben sind.Im Allgemeinen kann hier nur bemerkt werden, dass die ächte Königschina-rinde (Calisaya) die geeignetste zu Darstellung des Chinins ist (da sie garkein Cinchonin enthalten soll), während die graue oder braune und auch diegeringeren gelben Rinden mehr Cinchonin Hefern. Besondere Alkaloide ent-halten einige Rinden; so die China Cusco das Aricin oder Cusconin, die Chinapiiaya das Pitayin ; nach Grüner auch die China nova (vielleicht von keinerCinchona), und nach Mill die Rinde von Cinchona macroca'rpa (Blanqiiinin).Die falschen Chinarinden von Exostemmaarlen und Portlandien, z. B. dieChina de Carthagena von Porllandia hexandra und die China de Sia. Lucio vonExoslemma floribundum enthalten kein Chinin oder Cinchonin — obgleich Pel-letier und Caventou in letzterer ein eigentümliches Alkaloid, Montanin,gefunden haben wollen und Grüner in ersterer ein anderes, welches Andere fürChinin ausgeben, nur mit dem Unterschiede, dass es nicht fiebervertreibendwirke. Mehr hierüber unter den Chinarinden im letzten Abschnitte.

Der üblichen Darstellungsmethoden sind ziemlich viele. Um die Al-kaloide rein darzustellen, scheidet man sie am besten aus ihren gereinigten sau-ren schwefeis. Salzen durch ein Alkali ab; die schwefeis. Salze aber erhältman durch Auflösung der nach irgend einer Methode erhaltenen unreinen Alka-loide in Schwefelsäure und Krysfallisation. Das blosse Wasser vermag die Alka-loide nicht aus den Binden auszuziehen, indem sich schwerlösliche basischennd wohl auch chinagerbsaure Salze unter dem Einflüsse des Wassers bilden.Besser ist schon Alkohol und die Methode von Pelletier und Caventouberuht darauf, ein alkoholisches Chinaextract mit sehr verdünnter warmerSalzsäure anzuziehen, den Auszug mit Magnesiaüberschuss zu kochen undaus dem abgeschiedenen Niederschlage durch kochenden Alkohol die Alka-loide aufzulösen. — Die Methoden, deren Grundlypus die HENRv'sche ist,wenden zum Ausziehen der Alkaloide saures Wasser an. Henry nimmt20fach verdünnte Schwefelsäure, behandelt mit 8 Theilen derselben 1 '["heilChinarinde 2 mal, filtrirt, presst aus, setzt zu der Flüssigkeit \ Theil ge-