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Die Pflanzenchemie : ein Handbuch für Aerzte und Apotheker ; unter theilweiser Zugrundelegung von Thomson's Organic Chemistry und mit Benutzung der besten Quellen
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I. Ahschn. Zerxlöntn«; durch chemische Potenzen. 643

Einwirkung über die angegebene Grenze hinaus, die Schwefelsaure wirddesoxydirt, e» entwickelt sich schweflige Säure, und es bilden sich man-nichfache, sämmtlich kohlenstoffreiche, schwarz oder braun gefärbte unddem Gerbstoff in mehrern Beziehungen ähnliche Produkte. — rj; e Wasser-stoffsäuren , namentlich Salzsäure, bewirken in der Rege! keine eigentlichchemische Zerstörung der Pflanzenstoffe, sie verbinden sich entweder directmit denselbeu, oder wirken nur katalytisch.

Die Basen haben keine hieher gehörende Einwirkung auf die orga-nischen Körper, da ihre eigene Zusammensetzung nie dabei afficirt wird.Sie verbinden sich mit den organischen Körpern oder sie bewirken bei »ehrenergischer Wirkung die Bildung einer Säure (meist Oxalsäure) auf kataly-tischem Wege, mit der sie sich dann verbinden. Nur die leicht reducirbarenOxyde werden durch Erhitzung mit organischen Körpern unter gleichzeitigerOxydation der letztern zerlegt.

Salze wirken im Allgemeinen nicht zerstörend, im Gegentheil — oftdurch Verbindung der organischen Substanz — oonservirend. Die Salze derleicht reducirbaren Metalloxyde werden von vielen Pflanzensubstanzen &nfnassem Wege Iheilweise oder vollständig reducirt, wobei ohne Zweifel jeneorganischen Körper oxydirt -werden müssen. — Eigentlich nicht hiehergehört die Einwirkung sauerstoffentwickelnder Gemische (Schwefelsäure mitBraunstein oder chlorsaurem Kali) anf I'flanzenstoffe. Die allgemeinen Pro-dukte solcher Behandlung sind Kohlensäure, Ameisensäure, oft Essigsäure;indessen kommen auch hier zuweilen eigentümliche Produkte vor, wie z. B.ans dem Saliern die salicylige Säure Ettlivo's, deren Bildung anf die-sem Wege am meisten dafür spricht, sie als Sauerstoffsäure anzusehen.]

Zweiter Abschnitt.

Zerstörung durch Katalyse.

| Katalyse nennt Bf.k/ei rus jede Einwirkung eines Körpers »nf denandern, wobei der eine eine Zersetzung erleidet, die er ohne die Anwesen-heit des andern gar nicht erlitten haben würde, wozu der andere aber kei-neswegs vermöge seiner chemischen Zusammensetzung, sondern, wie esscheint, nur durch seine Gegenwart, durch den Conlact, mitwirkt. Es istnatürlich, dass mit Annahme des Wortes Katalyse nur ein allgemeiner Aus-druck für eine Erscheinung gegeben ist, deren Erklärung uns nicht gelingenwill. Indessen sind doch die verschiedenen Erscheinungen, welche hiehergehören, nicht alle von der Art, dass sie gar keinen Weg zur Erklärungandeuteten. In den meisten Fällen unterscheiden sich die Produkte der Kata-

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