Druckschrift 
Fragmente über Recensenten-Unfug : eine Beylage zu der Jenaer Literaturzeitung
Entstehung
Seite
102
Einzelbild herunterladen
 

Ivr

reu, und ihm da öffentlich sagen darf: -Herr! Sie sindein Dummkopf! eben so wenig dürfte es auch erlaubt seyn,es drucken zu lassen. Ich kann diesem und jenem insOhr raunen, das darf mir Niemand wehren; aber mirHerolde halten, die cs auf allen Straßen ausposaunen,nein, das darf ich nicht.

Vielleicht wird man mir cinwenden:wer seine Al-bernheiten drucken laßt, der muß sich auch gefallen las-scn, die Urtheile darüber gedruckt zu sehen." Aber manbedenkt nicht, daß durch den Druck eines dummen BuchesNiemand in seinen Rechten gekrankt wird; baß cs Jeder-mann frei) sieht, das Buch zu kaufen und zu lesen, oderes bleiben zu lassen; kurz, daß kein Mensch das Geringstedabcy leidet oder cinbüßt. Ganz anders verhalt cs sichmit einer hämischen, von groben Beschimpfungen strotzen«den Neceyston, (denn ich rede immer nur von Necensionena ia lckukor,) die krankt den Verfasser würklich an demihm zustehenden Rechte, mittelst dessen er verlangen darf,von jedem Unbekannten mit Wohlanständigkeit behandeltzu werden ; dis fügt ihm würklich auf tausenderley Art ei-nen sehr reellen Schaden zu.

Und gesezt auch, es Ware würklich eln verbrechenan der nmischlichen Gesellschaft, ein dummes Buch dru-cken zu kassm; so ist es doch Eines von denen, an welchensie schweigend Rache nimmt: sie ließt es nicht. Die L.I»gesteht ja selbst: daß sie nicht emsichr, welchen Nach-therl auch die schlechtesten poetischen Früchte hcrvor-

bringcn