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Fragmente über Recensenten-Unfug : eine Beylage zu der Jenaer Literaturzeitung
Entstehung
Seite
81
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gebt, dennoch von Zeit zu Zeit bork eben so gute Sachengeschrieben werden als vormals?

Rcccnlentcn! wollt ihr dem Publikum beweisen, das esohne euch sich gar nicht behelfen kann, so laßt es einmal einDecennium nach euch schmachten , straft und überzeugt dieUngläubigen» indem ihr eure Feder niederlegt; überlastsie eine Zeitlang den gräßlichen Folgen eures Schweigens;wenn sie dann sehen werden, daß alles Sruncer undorübergeht, daß kein vernünftiges Work mehr geschrieben wird;so werden die verirrlen Schaafe schon von selbst kommen,und euch den verschmähten Hirtenstab wieder aufdringen.

Nein, im Ernst, sollte es wohl Einen unter euch ge-ben, der wirklich glaubt, so recht was man glauben nennt,das Publikum könne ohne Reccnsiomn sich nrchr behelfen?sondern werde in Barbarey und Unwissenheit versinken? Ihr lächelt? schon gut, wir verstehen uns.Der Wurmdoctor lächelt auch über die A^znepen, die ervon der Bühne herab den Gaffern anpreißt.

Neuntes Fragment.

Ueber die Entsiehungsart der gelehrten Zeittmgen.

^§s ist ein schönes Vorrecht mancher Untertanen, selbstin Monarchischen Staaten, (zum Peyspiel in Rußland )daß sie ihre Richter selbst wählen dürfen; daß, wo es aufLeib und Leben, Ehre und Vermögen ankömmt, der Be.klagte von Männer» gerichtet wird, deren Rechtschaffenheitund Kenntnisse von allen ihren Mlbrüdcrn gekannt undanerkannt worden sind. Wie mag auch der Regent, mit

I dem