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Viertes Fragment.
Ueber die Kritteleyen der Iftcensenten, meine Schau-spiele betreffend.
Nicht gleich Mängel entdeckt, ist eben so verzeihlich, alsdaß ein Vater das Maal auf der Wange eines Kindes über«ficht, mir welchem eine geliebte Gattin ihn vor einer Sinn«de beschenkte. So lange das Erste Feuer noch glimmt,welches den Dichter bey der Coniposnion seines Werkesdurchwärmte, so lange ist er gewöhnlich blind für die Ge-brechen desselben. Sobald es aber den Armen seines Gei-stes entrückt, und ihm nach und noch fremd wird; sobalddie Empfindungen , die er beym Schreiben hatte, nichtmehr lebendig in ihm sind, sondern erst durch das Werkselbst wiederbelcbt werden müssen; sobald tritt er in dieReihealler übrigen Leser, und kann sein eignes Produkt bcurthei-lcn, so richtig als irgend Einer von ihnen. Wenn manein eignes Werk seit zehn Jahren nicht gelesen hat, so istes, selbst für den Verfasser, ein fremdes Werk geworden.Diese Erfahrung habe ich oft gemacht, habe oft, nach einerReihe von Jahren, manche meiner Schriften höchst mittel-mäßig gefunden, und verarge cs daher auch keinem Leser,wenn er das nämliche Urthei! früher als ich fällte. Auchmag er cs immerhin drucken lassen, ich habe nichts dawi»der; nur fodere ich von einem gedruckten Urtheile Grund»lichkeit und Bescheidenheit. Er rede mit mir, als ob ervor mir stände; und in diesem Falle erwarte ich von jedem
Dichter an einem ncugcbohrnen Geisteskindr
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wohl-