nicht mit «'einem Zweck vereinigen läßt. Dieser Zweck istnicht, ein Tiseal Ver Lunst hervorzubringen, sondern durchangenehme Unterhaltung die Sitten zu bessern und mora-lische l? cfühle zu wecken. Der Schau^pieldichtcr ist im ei-gentlichsten Verstände Volksoichter, und eben so wenig alsZollikofer philosophische Floskeln unter seine Predigten ge-mischt haben würde, wenn er Kant unter seinen Zuhörerngewußt hätte; eben so wenig dai f Jener auf den verwöhn-ten, oder, wenn man will, verfeinerten Geschmack derKunstlichter Rücksicht nehmen. Muß er gleich auf denunverwelklichen Lorbeer Verzicht thnn, so lohnt ihm dochder Rosenkranz der Liebe, der, trotz seiner Dornen, undso leicht er auch verwelken mag, doch den Lorbeer wohlnoch aufwiegt.
Ich will, weil doch Einmal von Herrn Huber dieRede ist, an seinem eigenen Meisterstück, an dem heim-lichen Gericht, ein Beyspiel geben, um» was ich gesagt,zu erläutern. Dieses Stück hat würklich unleugbare Schön-heiten, aber es ist viel zu unpopulär für die Bühne.Bernhards drei) Heiken lange Rede in der 2tcn Scene des4tenActs; des Crzbischoffs zwei) Seiten langes philoso-phisetws Raisonncment in der gten Scene desselben Acts;Arlheims fünf Seiten lange Entwickelung des Ordcnsgci«stes in der 6 ten Scene des ;ten Acts u. s. w. passen, trotzaller ihrer Schönheiten, nicht in ein Schauspiel für dieBühne. Man werfe doch einen Blick auf die Zuschauer:hier ein Geschäftsmann, der Erhohlung, dort eine Dame,die Zerstreuung sucht; hier ein guter Bürger mit träger
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