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Fragmente über Recensenten-Unfug : eine Beylage zu der Jenaer Literaturzeitung
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»Es ist keine ganz ungegründete Ausstellung gegen»unsere dramatische Kunst," heiße cs C- 79., »daß fast»keines ihrer Meisterstücke den Bedürfnissen derSchaubüh-„ne ganz entspricht, da hingegen an unfern aufführbaren»Stücken die Kunst so viel vermißt."

Hier hat Hr. H. Recht, nur weiß er nicht, warumer Recht hat? warum so wenige unserer Meisterstücke fürdie Bühne taugen? — weil sie unpopulär sind; weil sieeinen hohen Grad von Bildung, und einen noch höher»von schneller Lassimgskrafr voranssetzcn, welche Eigen«schäften man weder in Deutschland, noch sonst irgendwoin Europa, bey einem zahlreichen und gemischten Publikumvoraussetzen darf. Das ist also ein wesentlicher Fehler je-ner Stücke, in so fern sie würklich zur A'uffübcung be-stimmt sind, und die Ve fasscr haben daher sehr Unrecht,über verdorbenen Geschmack zu schreyen, wo cs blos ihreSchuld war, wenn sie sich zu dem Publikum der Schau-spiele, das heißt, zu einem gemijchren Publikum, nichtherablaffen konnten oder mochten.

Ein Dichter, wird man mir einwenden, muß seinPublikum zu sich binauftieke».^ — Das mag von man«cher Gattung gelten, aber warlich nickt vom Schauspiel.Eine zweckmäßige Predigt muß faßlich siyn fürJcdermann,so auch ein zweckmäßiges Schauspiel, das so nahe mit derPredigt verwandt ist. Ich wage daher zu behaupten: dasfür die öffentliche Darstellung bestimmte Schauspiel, dür-fe nicht allein sich gewisse Nachlässigkeiten erlauben, sondernmüsse es sogar, Westseite höhere, tadellose Schönheit sich

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