Druckschrift 
Fragmente über Recensenten-Unfug : eine Beylage zu der Jenaer Literaturzeitung
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen
 

5Z

treiben; der Recensent hingegen ist so unverschämt, unterden Augen des Publikums dessen Gewalt zu spotten.

So haben die Herren es mir zuweilen sehr übclgenom-men, wenn ich auf den Beyfall des Publikums trotzte.Wenn man sie hört, sollte man glauben, die Erste Pflichteines Schriftstellers, der das Unglück hat, dem Publikumzu gefallen» sty die: die Feder niederzulegen. Mich deuchtaber: das Publikum wurde mit mehreren: Rechte cs mirverargen, wenn meine Schauspiele ihm mißbehagten, undich dagegen auf den Deyfall der Rcccnsenten pochte; einFall, in welchem Herr Huber und seines Gleichen sich be-finden.

Zwar weiß ich recht gut, daß diejenigen, die sich aufdasZusauchzcn der Menge verlassen, jenen ro'niischcnKaysern glei-chen, die nach einer Regierung von wenigenJahren oder weni.gen Tagen, von den nchmlichen Legionen ermordet wurden,denen sie ihre Erhebung verdankten, und diese Wahrheitführt mich auf die Untersuchung: in welchen Fällen eigent-lich ein lauter Bexfall für Ven wahren Werth eines Sra-marisckcn Dichters bcweißt ^ eine Untersuchung, die vonsammtiichen Herren Recensentcn bis jezt sehr geflissentlichvermieden worden, weil sie freylich nichts dabcy 'gewinnenkönnen.

Ein Schauspiel würkt entweder auf die Sinne, durchäußern Prunk, Feerepen, Turniere, Gespenster, Solda-ten, DLeorationen, Gesang und Musik; oder auf ven Ver.stanv, durch Lebcnöphüosophie, Sentenzen und Reflexiv -

D Z neu;