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Fragmente über Recensenten-Unfug : eine Beylage zu der Jenaer Literaturzeitung
Entstehung
Seite
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«Publikum sprechen, — dieser Ton ist außer Deutschland«ganz unerhört."

In der Literatur-Zeitung ist dieser anmaßlkcke im»pertinente Ton bekanntlich zu Hause. Uebcrall Gering-schätzung des Publikums, sobald es nicht glauben will,was sie glaubt. Wagt es, seinen Beifall zu äußern, ehe eSvom Herrn Vormund Erlaubnis; dazu erhalten; so höißt esnicht wehr Publikum, sondern großer-Haufe. Alle die Men-schen, zum Exempel, die in den vornehmsten Städten Deutsch-lands, bey Aufführung meiner Stücke, Parterre und Logenfüllen, lachen und weinen, loben^und klatschen; die sindnicht das Publikum, sondern der große -Haufe. Aberda hinten steht Einer in der Ecke, und grinzt und kautan den Nageln — aha! Verist das Publikum! der bewahrtin seinem Busen das reine Feuer des achten Geschmacks.'Zwar, jezt wird er vom großen Haufen überschrien, undspitzt vergebens den Mund, um zu pfeifen; aber harret nur,Morgen ftzt er sich nieder und schreibt eine Rcccnsion fürdie Literatur. Zeitung, und beweist euch mit vornehmenLächeln, daß ihr Alle Dummköpfe wäret.

Ein verwegener Spott ist es, wenn die Recenfentensich denn doch zuweilen auf das Publikum, als den ober-sten Riclwer, berufen, ein Richter, dem sie alle Augen-blicke selbst vorwcrfeu, daß er nicht zu richten verstehe.Das thun sie aber auch nur, wenn sie in großer Nochsind; so wie vormals die Päbste den griechischen Kayserzu Hülfe zu rufen pflegten, wenn sie überall gedrängtwurden, ob sie gleich sonst seiner ObcrherrschaA spotteten.

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