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Fragmente über Recensenten-Unfug : eine Beylage zu der Jenaer Literaturzeitung
Entstehung
Seite
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„Die Leidenschaften," sagt Crasmus, „verhalten„sich zum Verstände, wie das Pfund zum Quentgen; die„Vernunft sitzt in einem engen Winkel des Kopfes, die„Leidenschaften nehmen den ganzen Körper ein." — Durchdie verhaßte Broschüre, die im Jahre 1790 meine Federentweihte, hatte ich das Unglück, mehr als Eine jener ge-waltigen Leidenschaften zu wecken. Zwar muß ick, mitHochachtung bekennen, daß unter den Beleidigten selbst,nur wenige sich unedle Rache erlaubten; aber das Geschrei)ihrer protecteurs und prokeZer, ihrer Vettern und Wer»wandten, ihrer Freunde und Bewunderer; das Klaffender kleinen Geister, die, wenn die Schriften eines Man-nes Aufsehn erregen, mit Verlangen nur auf den ErstenTon der Mißbilligung warten, um sogleich einzustinimen;*)Alles das bildete eine mächtige Parthcy gegen mich. Dasalso war die Erste Quelle aller der Bitterkeiten, die mirseit 6 Jahren in so reichem Maaße zugemcsscn worden.Aber es giebt noch eine Andere, aus der sie Alle, und zuallen Zeiten schöpften, und die, wie die Schwefelhöhlc zuPyrmont, einen giftigen Dampf aushaucht, der Alles er-stickt, was zu viel Leben hat — diese Quelle heißt Neid!

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*) Hievon muß ich ein merkwürdiges Bcyspicl anführen. Ein ge>wisscr Herr G- ließ einige sehr hcimische Dinge gegen mich imGothaer Theater-Kalender drucken- Fünf Jahre nachher kam ernach Reval, wo er meine Bekanntschaft mit Eifer suchte, undwo man ihn einst in einer Gesellschaft fragte: wie er dazu ge-kommen, mich anzugreifcn, da er nie von mir beleidigt morden?

-— «Ich bitte euch, schweigt," versetzte er in Verlegenheit; „cS„war damals Ton, über K- herzufallcn, und da mußte ich ja«wohl mit einstimmen."