Druckschrift 
Fragmente über Recensenten-Unfug : eine Beylage zu der Jenaer Literaturzeitung
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

Z2

„Graf Venjowski),« sagt die Literatur - Zeitung,'„läßt sich Widersprüche in seinem Charakter zu Schulden„kommen." — Liebe Natur! vcrtheidige dein Werk; denndu weißt, daß ich den Grafen Benjowsky historisch geschil-dert habe, und so wie es dir beliebt hat ihn zu machen.Man lese seine Geschichte. Ich habe außer der Catastro«phe wenig oder nichts geändert. Nur die Mutter ließ ichaus meinem Stucke weg, weil eine Kupplerin noch weitmehr Abscheu erregt, wenn sie Mutter heißt, und weilein Mädchen, das so wie Afanasia handelt, zwar nie zaentschuldigen ist, aber doch eher Mitleid verdient, wenncs seine Mutter früh verlohr. Auf diese Abänderung bil-de ich mir Etwas ein, aber der Necenftnt fühlte nicht feingenug, um hier am rechten Orte zu loben. Den Schlußdes Stücks findet er unbefriedigend; hier muß ich ihm Rechtgeben, und Dank hätte er verdient, wenn er gezeigt hätte,wie dieser Fehler z» verbessern gewesen? — Ich habe ge-wiß länger darüber nachgedacht als Er, aber das Resul-tat war immer: es sei) kein anderer Ausgang möglich, undder, den ich wählte, müsse den Zuschauer immer noch derBefriedigung am näckften bringen, weil dadurch zugleichdie poetische Gerechtigkeit geübt, und ein leichtsinnigesMädchen verhindert wurde, die Früchte seines Leichtsinnszu gemetzen.

Am

Tüllmann, daß die Rccension seines vor s ü n f I a h r e n crscdl'e,neuen Buches für den Käufer und Verfasser zu speit komme. Re-renseat übcrpicng in seiner Antwort diesen Punkt weislich mitEitllichmcigcn. — Die Schrift über die Streitigkeiten des VelrtelinS mit Graubündtcn kam 1788 heraus, und wurde 17-Sangezeist, also.nach sieden Jahren! u. ,. n>.