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Fragmente über Recensenten-Unfug : eine Beylage zu der Jenaer Literaturzeitung
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etwaö Schlechtes auszunehmen, daran zweifelte ich nichteinmal vor Erscheinung der Horen, und nun noch weniger.Was soll denn auch der arme Herausgeber anfangen,wenn ihm ein Mann mit einem berühmstn Nahmen etwasMittelmäßiges zuschickt? Soll er sich selbst dem Publikumaufopfcrn? soll er sich den Mann zum Feinde macken, mitdem er vielleicht in bürgerlichen Verhältnissen steht? oderdessen Freundschaft er durch herbe Wahrheit nicht verscher.zen mag?

Wenn also Reccnsent begeistert ausrust: „Wohl den„Lesern der Horen, denen durch sie eine Geistcscrholung bc-„reitet wird, die Homer selbst für seinen Vater der Göt-„ter wichtig fand" — so beneide ich weder den Vater derGötter, noch die Leser der Horen ; denn die einzelnen gu-ten oder vortrefflichen Aussätze in den Horen, sind warlichkeine Geisteserhokmg, sondern eine Geistesarbeit; frey«sich wohl eine angenehme Arbeit, die aber doch immer An-strengung fodert. Ich wette, daß unter hundert Lesernkaum Einer ist, der die Briefe über Sie ästhetische Erste-hung des Menschen, u. s. w. zur Erholung lesen kann;oder der, wenn er sie gelesen hat, es der Mühe werthfand, um de§ alltäglichen Kerns willen die harte Schaalezu zerbrechem —- Freylich, die Episteln sind sehr verstäub,lieh, und enthalten artige Gedanken; nur sollten Zeilen wiedie folgender

„Aber bestärken kannst du ihn wohl in seiner Ge-sinnung"

nicht für Poesie ausgegebcn werden, denn es ist Presse,und Zwar matte Presse.

Diese