Erfolge Urban's II. in Frankreich u. Deutschland u. Thätigk. in Oberitalien. 471
Urban II. verweilte noch während des Herbstes in Oberitalien.Das Fest der Kreuzerhöhung — 14. September — beging er in-mitten zahlreicher Bischöfe und Fürsten zu Mortara ^), und dannging er weiter nach dem nahen Pavia, von wo er am 19. desMonates eine Aufforderung an Geistlichkeit und Volk von Bolognarichtete. Zuerst redete er sie da an, wie sie, zwischen Schismatikerund Ketzer gerückt, zum Theil stets in der rechtgläubigen Treue ge-blieben, anderentheils durch Gottes Gnade zur Wahrheit zurück-gekehrt seien, und fuhr dann fort, daß er zu seiner Freude ver-nommen habe, daß unter ihnen eine Anzahl gewillt sei, nachJerusalem aufzubrechen. Diesen verhieß er Vergebung der Sünden,wenn sie einzig für das Heil ihrer Seelen und die Befreiung derKirche, nicht aber aus Begierde nach irdischem Vortheile sich auf-machten; dagegen wollte er nicht, daß Geistliche und Mönche ohneErlaubniß ihrer Bischöfe und Aebte sich anschlössen, und für Jung-vermählte sollte jedes leichtsinnige und der Einwilligung ihrerFrauen entbehrende Hinweggehen ausgeschlossen sein; auch wurdeder Wunsch ausgesprochen, daß die Bischöfe ihre Sprengel-angehörigen nicht ohne den Rath und das Vorwissen der Geistlichenentlassen möchten-^). Dann begab sich der Papst nach Mailand,wo er auch vor großer Zuhörerschaft — in der St. Thekla-Kirche —öffentlich predigte und dabei wieder gegen jede Erwerbung kirch-licher Aemter durch Geld sich aussprach; dabei aber pries er auchden geringsten Geistlichen der Kirche Gottes höher, als jeden Königder sterblichen Welt^). Nach einem Aufenthalt in Cremona?)überstieg Urban II. den Appennin, und bei Lucca vermochte ernun schon Abtheilungen der unter dem Kreuze gehenden Schaaren,des Grafen Robert von der Normandie, Bruders des englischenKönigs Wilhelm II., ferner des Grafen Stephan von Blois unddes Grafen Robert von Flandern, zu mustern; er entließ sie undihre Gefährten mit seinem Segen b).
tarnen, ut eaäenr mrserieoräia a Isgatis papae in Noutoniois partibus siäsmperüeerstur, dann — nach Erwähnung der Synode von Tours: non multopost — für den episeopus 8tras1iurgsllsis äs sxeommunieations rssipisosns(vergl. über diesen noch ob. S. 345): rsoepit (so. Urban II. den Bischof) in eomwu-irionoin, ita tarnen, ut äs iliatis criininibus ss sxpurgaret (464).
^) Bernold bezeugt: Vornnus papa . . . sxaltationern sanetas erneis apuä>lortariarn props Uapiam solleinniter ceiebravit rnultosgus spisoopos st prin-oipss in suo cornitatu Irabuit (I. e.)
5) ä. 5670 ist das Schreiben an die Bolognesen (Hagcnmeyer, Die Kreuz-zugsbriefe uns den Jahren 1088—1100, hat den Brief als III. 137 u. 188,auch mitgetheilt und fügt in n. 11, 215 u. 216, eine Aufzählung von Namen,denen Urban II. bei feinem Aufenthalt in Bologna das Zeichen des Kreuzescrtheilt habe, bei).
°) Durch Imnäult'us äs s. kaulo, Hist. Neäiolanens., o. 40, ist berichtet:papa ... äs Irantia Nsäioiannm rsäivit. In gua oivitats eurn ipss papastaret in puipito sanots Negis, iinrnsnss innltitnäini trorninnrn utrinsgus ssxnsxreäieavit (darauf folgt der Inhalt dieser Predigt) (88. XX, 37).
U ä. 5671—5673 zeigen den Papst vom 9. bis 16. October in Cremona.
°) Nulobsrii darnotsnsis Ilistor. Ilisrosol^mitana, Inb. I, o. 7, erzählt:Igitur nos Iraner oeciäsntalss per Italiain excursa OsIIia transeuntes, guurn