1087 .
Heinrich IV. hatte am Ende des Jahres 1086 seine Ein-willigung dazu gegeben, daß zur endlichen Beilegung der Zerklüftungim Reiche ein Fürstentag in Oppenheim zusammentrete, und durchdie beiden Führer der Gegner, Berchtold und Welf, die diesesZugeständniß dem Kaiser abgenöthigt hatten, war für die Ver-sammlung, als deren Zeit die Woche vom 28. Februar an angesetztworden war, die Vorbereitung getroffen worden').
Doch auch dieser Versuch einer Herstellung des Friedens bliebohne Erfolg, und die Schuld daran wurde durch die dem Kaiserfeindselig gesinnte Auffassung einseitig ihm selbst aufgebürdet,während freilich andererseits auch gerade von dieser Seite neueStörungen des Friedens eintraten: auf oberdeutschem Boden ist einabermaliger, ohne Zweifel von Welf herbeigeführter, zuerst freilichmißglückter Angriff auf die kaiserlich getreue Stadt Augsburg, woihm Verrath die Thore aufschließen sollte, bezeugt. Allerdings warwohl die Verhinderung eines Ergebnisses des Oppenheimer Tagesvom Kaiser ausgegangen, da ja die ganze Veranstaltung gegen seinenWillen geschehen war. Durch List — so wurde ihm vorgeworfen —habe er, da hier unmittelbar Gewalt nicht am Platze war, sich dagegengestellt, seine Betheiligung verweigert, ja sogar die Ankunft derGetreuen des heiligen Petrus zu Oppenheim mit den Waffen Hinter-treiben wollen. Das zwar gelang nicht; die Fürsten fanden sicham Platze ein und konnten auch im Frieden wieder Weggehen. Aberdurch das Wegbleiben Heinrich's IV. wurde doch jede Verhandlungvereitelt. Zwar sollen dann auch Anhänger Heinrich's IV., da erihren Rath hierbei verschmäht hatte, gegen ihn gemurrt, einige sichvon ihm abgetrennt Habens.
-) Berat ob. S. 133.
2) Während die ^unal. ^ugu8t. nur ganz kurz sagen: Oonäietum inOppinllsim eoneilium sinn stksetn äissolvitur (88. III, 132: — unmittelbardaran schließt sich: ^ugustarn sx guibusäam psrüäis proüitain atgne pro-nniooam aüveroarii illvadsntos, eivibnn rspuguantibno Iiustrati äiscesssruiU,so daß also dieser Angriff jedenfalls ganz in den Beginn des Jahres zu setzen