Urban's II. Synode i. Melfi, Bezieh, z. B. Gebehard v. Constanz, E.-B. Hartwig. 273
von Myra, erbaut worden war, am 1. October die Weihehandlungvollzog. Traut und Brindisi waren weitere Aufenthaltsorte in derspäteren Herbstzeit").
Die als Stärkung des Ansehens Urban's II. schon im vor-hergehenden Jahre ansehnlich in Betracht fallenden Beziehungenaußerhalb Jtalien's") halten seither noch weitere Bekräftigung ge-wonnen'"). Nach dem deutschen Reiche ließ er, abgesehen vonjenem wichtigen Schreiben an Bischof Gebehard von Constanz unddem begleitenden Erlaß an die deutschen Bischöfe, an Bischof Pibovon Toul, auf dessen Anfrage, Antwort über Synodalbeschlüsseausgehen"). Aber besonders bemerkenswerth ist ein Versuch, mitdem zur Zeit von Heinrich IV. so sehr begünstigten ErzbischofHartwig von Magdeburg sich zu verbinden. In sehr vorsichtigerWeise ließ Urban II. in einem Schreiben an denselben erkennen, daßer auf Versuche einer Anknüpfung so zu sagen keine Antwort vondem Erzbischof empfangen habe, und er äußerte seine Besorgnißüber die Möglichkeit, daß der Jrrthum sich bei diesem einschleiche.Um so mehr wurde darauf hingewiesen, wie die Sache des kaiser-lichen Papstes — als „Baal" ist er bezeichnet — in das Wankengerathe, und ausdrücklich ließ Urban II. hinsichtlich des Kaiserseinfließen: „Hüte Dich, hüte Dich — ich bitte nochmals —, daßnicht Dein Hals dem Pharao unterworfen werde"").
Doch der Hauptschlag, den Urban II. gegen Heinrich IV. zuführen gedachte, eine Gegnerschaft, die aus der Zusammenfügungder feindseligen Kräfte von Oberdeutschland und der oberenitalienischen Landschaften wider den Kaiser erwachsen sollte, wurdeaußerdem vorbereitet, und dieser schien durch fein Gelingen diegrößten Aussichten auf die Erfüllung der schon von Gregor VII.gehegten Pläne zu eröffnen.
Vergl. 9. 5410—5414, mit den dazwischen und danach stehenden An-gaben des Lupus Protospatarius. Zu der Niederlegung der Reliquien desSt. Nikolaus vergl. ob. S. 182 in o. 36.
°°) Vergl. ob. S. 199 u. 200.
Von den zahlreichen Schreiben des Papstes, die sicher zu 1089 zählen,fallen etwa in Betracht: 9. 5385 Tadel des Erzbischofs Rainald zn Reimsund 9. 5415 Ertheilung des Palliums an denselben, 9. 5405, 5407, 5417, 5419,5420 , 5421 auf andere gallische Kirchen — Rouen, Narbonne, Vienne — be-züglich, 9. 5397 ein dem König Wilhelm II- von England ertheilter Tadel,9. 5398, 5399, 5401, 5418 nach Spanien gerichtet. Auch Bernold will vonsolchen Dingen wissen: Ooinnus papa Oonstantinopolitanum impsratorsm abexconununieations psr legaios ouos absolvit, item litsrao kbilippi regio Uran-corum äsbitam ei oubssetwnsin promittentis snsespit (450).
9. 5409 behandelt in »zmoäalis aoosnou sonsilii eapitnla conürmata,im Anschluß au die Beschlüsse von Melfi, verschiebt aber eine einzelne Frage— lle eleriem qui ab exeommunieatis epioeopio 8nnt orcliuati — auf einegenerali» sxnoäus.
" 2 ) 4 5422 ist wohl wirklich vermuthungsweisc hieher — 1089? — zuzählen (vergl. Köhncke, I. e., 80, n. 2). Die Worte über Clemens HI.: äeoi-clente vsteri controversia Laut panlatim contuons S8t, st inninlo oboorästäonorum gpiritus sancti tramlulsntus mereator können auf die Niederlage inRom inmitten des Jahres gehen.
Meyer von Unonau, Jahrb. d. dtsch. R. unter Heinrich IV. u. V. Bd.IV. 18