Urban'sll. Siegereinzug, Weggang z. Synodev. Melfi, mehrf. Kundgebungen. 271
Sitz, der alte Feind, durch die Abtrünnigen und Tyrannen, Hugoden Weißen und Johannes von Porto, „die gewesenen Bischöfe",und durch Petrus „weiland Kanzler" und Wezilo und Otto denTyrannen, „die Glieder des Teufels""), die Söhne Gottes ver-führt habe, im Gedanken, sie durch Schmeicheleien und Frechheitseinen Füßen unterwerfen zu können: jetzt sei die Hoffnung vor-handen, im Vertrauen auf Gott, der die Seinigen nicht verachtet,beharrlich durch die Hülfe der Velletrenser und anderer Söhne desPapstes den Ansturm jener Leute zu erdrücken. Urban II. wolltedeßhalb durch eigens nach Velletri abgeschickte Boten die Nachrichtgeben, wie gewaltige Treffen die Getreuen der römischen Kircherüstig geliefert hätten, und verkündigen, daß er sich vorbereite,zum Nutzen der „Verlobten Christi", der Kirche, über die Bergezu eilen ^).
Die Ereignisse vom 28. Juni bis zum 3. Juli müssen dieStellung, die Clemens III. in Rom inne gehabt hatte, tief erschütterthaben. Allein dessen ungeachtet scheint er zunächst noch in Romoder in dessen Nähe geblieben zu sein'"), während im Gegentheiljetzt Urban II. schon bald nach der von ihm verherrlichten Sieges-feier Rom verließ und, weit entfernt davon, sich, wie er am 8. Juliangedeutet hatte, nordwärts zu wenden, den Weg in das norman-nische Gebiet von Unteritalien einschlug, während er sich doch soebennoch rühmte, daß er ohne alle Hülfe dieser Bundesgenossen überseine römischen Feinde die Oberhand gewonnen habe.
Ueber Benevent erreichte der Papst Melfi °6), wo vom 10. Sep-tember an eine Synode stattsand, auf der er siebzig Bischöfe undzwölf Aebte um sich versammelt sah. Die Beschlüsse der Synodewaren Bestätigungen früherer päpstlicher Verordnungen. Die haupt-sächlichsten der hier wiederholten Vorschriften bezogen sich auf dieUntersagung der Erwerbung irgend eines geistlichen Amtes um Geldund dergleichen und auf das Verbot der Investitur aus der Handeines Laien; ferner wurde einzig noch vor dem Subdiakonat eine
") Diese Aufzählung stimmt bis zu den Worten: ketruin excaneellariummit Bernold, 6bron., a. 1085 (I. e., 443) — vergl. ob. S. 20 — ganz überein,was aber nichts Auffälliges hat, da gewiß diese Namen in Rom häufig zu-sammengefaßt wurden; auch ein Wezilo kann ja zu Rom gleichfalls thätiggewesen fein (Kehr schlägt als Bcrmuthung vor, 278, so habe der Präfect ge-heißen). Immerhin ist es überraschend, daß es Pflugk-Harttung's anzweifelnderAufmerksamkeit entging, daß Bernold an der betreffenden Stelle gleich daraufauch einen Wecilo nennt, dort aber den Mainzer Erzbischof dieses Namens.
"'0 Diese Worte: per vos st alias Llios nostros erklären die Aussage imSchreiben von u. 47: inilitss nostri suin eastellauis: Urban II. stützte sichbesonders auch auf die Waffenhülfe, die ihm aus den Städten und Burgen derrömischen Campagna zu Thcil wurde.
6°) Diese wichtige Stelle lautet: guomoäo aü Ostristi sxonss utilitatemultra movtes aeeslsrare äisposuimus.
6^) Vergl. n. 64, daß die Angabe Bcrnold's wohl an das Ende des Jahreszu stellen sei.
°6) Xunal. Leuevent., 6oä. 3: Ilrbsmis papa per öenevsutum trausienskeit sinoäum blslüm (88. III, 182).