Benno und die Urkundenfälschungen zu Gunsten von Osnabrück. 243
geschoben wurde. In geflissentlicher Weise stellen sie synodale Ent-scheidungen, auf der Versammlung von Ingelheim 972, der zuTribur 895, voran und heben nachdrücklich den Antheil der oberstenpäpstlichen Gewalt an diesen Dingen hervor. So stellt denn auchdie breit angelegte Erzählung der königlichen Urkunde aus Mainz,wo der ganze Zehntenstreit bis zur Entscheidung in Worms vont077 vorgebracht ist, die Erwähnung von vier Synoden, vor der-jenigen von Worms, hinein, zu Rom durch Papst Stephan VI.,zu Tribur, zu Bonn, zu Ingelheim. Aber außerdem fügte nunnoch Heinrich IV. in dieser neu ertheilten Urkunde zur Zuweisungder Zehnten an den Bischof im Weiteren lang ausgeführte Ver-fügungen über Stiftungen, für das Seelenheil Konrad's II. undder Kaiserin Gisela, Heinrich's III. und der Kaiserin Agnes, fürsein eigenes, ferner für die im Sachsenkriege Gefallenen und vor-züglich für den in diesem Kriege getödteten Siegfried, mit Anord-nung der Dinge bis in das Einzelne^).
Ganz gewiß hatte sich Benno diese neue Urkunde vom Königgeben lassen, um in Rom damit seinen Zweck zu erreichen, undnach gewissen Nachrichten wäre er auch damit durchgedrungenDoch ist nur das sicher, daß Gregor VII. nachher 1081 wieder anBischof Altmann von Passau, unter recht wohlwollender ErwähnungBischof Benno's, den Auftrag gab, für die Schlichtung des Streitesüber die Zehnten zu sorgen").
Den Abschluß der Entscheidungen in der Zehntensache machtedagegen von Seite Heinrich's IV. eine am 30. März 1079 aus Regens-
'5) Vergl. auch zu P. 2814 in Excurs IV. Was dm 8igskriän8 inooclsm bsllo (se. contra 8axonss) oeoisus betrifft, fo hat Gundlach, I. o., 130i>. 2, darauf aufmerksam gemacht, daß im Todtenbuch der Aachener Marien-kirche zu IX. Hat. .Inn. angemerkt sind: 8ikriäns st Xibsrtns intsrtsoti inSaxonia ssrvisntss Usinriei III. impsratoris (Quix, Xscrologinm soclssiasstsatas Narias Virginia Lgusnsis, 71).
'st Allerdings spricht davon bloß Nortbcrt in der Vita o. 17 (21), wo esheißt: Vsrnmtamsn opiseopus nostor oinni ssinpsr prnäsntias eircumspsctionscontsotus uno psrmovsri sornpnio viäsbatnr, gnoä viäsliest noncinin oon-grueutsr papas sssst auotoritats kirmatna .... Itoinain protsetna, papam illnni(so. Iliiäodranänm) aäiit, nt gniogniä snpsr äseimationis iüina reeognitionsstatusrat (se. rsx), apostoiioi iiiins asssnsns ot anetoritas Hoinana tirmarst(Breßlau, 21 u. 22). Die hieran sich anlehnenden Xnnal. Vburgsns. haben,erst zu 1083, was nicht in die Wagschale fällt, nach Erwähnung der könig-lichen Gewährung, anch: Lsnno .... stiain anetoritatsrn papas Hiiäsbranäi«upsr stoe sxpstiit. ()uiguö iili iittoras sigillo suo signatas cum bsnsäiotiousapostoiiea eonesssit (88. XVI, 437). Breßlau, Abhandlung, 123 n. 1, führtaus, daß die Zeit einer solchen Benno günstigen päpstlichen Entscheidung dieder ersten Gesandtschaftsreise, am Anfang des Jahres 1078, oder diejenige vomFrühjahr 1079 (vergl. Bd. III, S. 98 ff., 209) gewesen sein kann: indessen seiWohl der Bischof, nach den Worten in e. 17 (21): gnotisna üoinani isrit, in denJahren 1076 bis 1079 noch öfter, als zwei Male, in Rom gewesen.
'st Bcrgl. Bd. III, S. 464, in n. 38. In dem dort citirten Auftrag(klsgistr. VIII, 33) heißt es: Dt iitsm, gnam äs äscimations oeoissias snasbabst (so. Benno) cum Oorbsgsnss adbats, vsi snsts ants vos tsrminats, aut,absgns iassions snas sceissias, osrtnm tsmpns ipsins ants nos tsrminanäasM ntragns parts 8tatuits.
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