Druckschrift 
4 (1903) 1085 bis 1096
Entstehung
Seite
242
Einzelbild herunterladen
 

242

1088.

So hatte Benno gänzlich gesiegt; die seit Ludwig dem Frommenbestehenden Verhältnisse waren in das Gegentheil verkehrt, die Be-rechtigungen der beiden Klöster nicht mehr anerkannt.

Doch damit war der unermüdlich betriebsame Bischof nochnicht zufrieden gestellt. Es bot sich ihm eine neue Gelegenheit, demKönige einen Dienst zu erweisen, aber eben dadurch auch der An-laß, vom königlichen Throne neue Zusicherungen in der Angelegen-heit, für die Benno so eifrig mit allen Mitteln kämpfte, zu erwerben.Als Bote des Königs sollte Bischof Benno zu Gregor VII. nachItalien abgehen, und so lag es für ihn nahe, bei diesem Anlaßauch die Theilnahme des Papstes für die Sache Osnabrück's inder Angelegenheit der Zehnten neuerdings zu gewinnen. AbermaligeProben der Geschicklichkeit des Bischofs, durch Anfertigung passenderSchriftstücke das Recht auf seine Seite zu bringen, waren demnachzu leisten. So sind denn einer abermaligen aus Mainz, vom27. Januar 1079, gegebenen urkundlichen Entscheidung Heinrich's IV.zu Gunsten Osnabrück's wieder wenigstens zwei gefälschte Urkunden,die uns erhalten sind, vorangegangen, von denen die eine KaiserOtto I., die andere, zu den früheren hinzu, König Arnolf zu-

clsksotu guerimoniis st multorum elericorum st laieorum ,juo suum agnos-eeutium rogatu et eonsilio cksvieti klingt die sehr eingehende Schilderung inNortbcrt's Vits., e. 16 (20) (Breßlau, 19—21), deutlich an (vergl. die Sätzeam Anfang des Capitels in Bd. III, S. 100 n. 6): Benno glaubt die Zeitgekommen, guo ckeoimationis suas sam tanto tempore violenter adlatas eommo-ckius posset causa tractari, ns spacium iugratissimi voll in palatio clegsusprorsus inntils ckuceret, propriis primitus amieis, ckeiuele regio kamiliaridustaotae coutroversias czuerimouiam iusinuaucko clstexit. tzui omnö8 parianillio saelemgus cdaritats prornptissime ei voluutarie auxiliura pollieeutesdrevi psrsuaäere potuerunt, nt regio kamiliaridus causa commissa pro os eoslogui clsposcsrst st rsgiam sibi in dav ckumtaxat re denevolsutiam, quacuuguepoooent arte, oompararent, besonders auch im Hinblicke auf Benno's mitLeiden aller Art verbundene Hingabe: pro regio üäelitate .. . guam utigusrege äigua munikieentia rsmunerari oporteret; äediue alioo regt üelelioreskutnro8, 8i duius clsvotioni ckigna kuissst praemiorum reeompensatiolargitions (etc.), sowie weil der in dieser Sache Benno gegenübersteh'tdeTheil dostes pudliel et omnimocla a rege pro 8nas psrüäias meritisealnmnia et elacks plectencli (vergl. n. 79) seien. Daran schließt sich einausfallenderwcise vom Interpolator ganz weggelassenes längeres Stück indiesem gleichen Capitcl (Breßlau, 20 u. 21), in dem von den letzten Verhand-lungen, die der Entscheidung Heinrich's IV. im Zchntenstrcit vorangingen,ausführlicher die Rede ist. Dabei ist auch mit den Worten: Itague buino roigratia loeo ckisgus statuta szmoäus sst oougrsgata, in gua episeoporummultituelo esterigus seelesiastiearum ckiguitatum orckinss, laiois stiarn uuivsrsispariter omoiuo coussutieutidus, pari suckicio commuuigus seuteutia Osna-durgeussm aklirmadaut eeelssiam iususte tauto tempore tüisss spoliatam (etv.)die Wormser Synode ausdrücklich erwähnt, und hernach wird mit dem Satze:^.etum est doe apuck Hackispouam kavarias urdem anno «lomiuicas iuearnationisNIOXXV, eine Zeitangabe, die aber — nach Breßlau, Abhandlung, 120 u. 121in u. 1 — sehr wahrscheinlich dadurch entstand, daß schon zu Nortbcrt's Zeitin 8t. 2808, die er vor sich hatte und in der auch die Schreibung Haäispoua —nicht katispona — steht, die II nach V verschwunden ist, eben auf 8t. 2808(vergl. Excnrs IV in u. 15) Bezug genommen. Dann geht Nortbert am Schlußdes Kapitels mit der in u. 78 cingerückten nachdrücklichen Hervorhebung auf8t. 2814 a über.