Druckschrift 
4 (1903) 1085 bis 1096
Entstehung
Seite
193
Einzelbild herunterladen
 

Bischof Otto von Ostia; Versammlung für d. Papstwahl in Terracina. 193

zunächst wieder aus einander gegangen, während andererseits zahl-reiche Aufforderungen sowohl der Römer, als auch aus weitererEntfernung, besonders von der Gräfin Mathilde, an sie einliefen, siemöchten sich vielmehr vereinigen und für eine neue Besetzung desrömischen Stuhls Vorsorge treffen. So traten sie neuerdings zu-sammen und schickten, in Gemeinschaft mit dem neuen Abte vonMonte Cassino Oderisius, Einladungsschreiben, zu einer Versamm-lung in Terracina, aus, an die römischen Geistlichen und Laien,die dem heiligen Petrus getreu geblieben waren, des Inhaltes, siemöchten selbst sich einfinden oder ihre Zustimmung durch Schreibenzum Ausdrucke bringen; in gleicher Weise gingen behufs Vornahmeder Wahl ähnliche Einberufungen an alle Bischöfe und Aebte inCompanien, in den Fürstenthümern Capua und Benevent, in Apulienaus. So trafen am 8. März, am Mittwoch in der ersten Wocheder Fastenzeit, eben zu Terracina, die Eingeladenen zur Zusammen-kunft einb).

Den eingehendsten Bericht bietet hier nochmals, wie für dieRegierung Victor's III., die Klostergeschichte von Monte Cassino;aber auch der Neugewählte selbst sprach nachher in Schreiben, dieer ausgehen ließ, von dem Geschehenen. Danach waren — ab-gesehen von dem Cardinalbischof Otto von Ostia selbst — von denKirchen der Cardinalbischöfe diejenige der Sabina, Tusculum, Albano,Porto vertreten, außerdem in ausdrücklicher Nennung das BisthumSegni. Aber in einer für diesen Fall eigenthümlichen Weise trugeneinzelne Vertreter die Vollmachten der Gruppen der berechtigtenWähler, mit der Erklärung darüber, daß ihre Auftraggeber derhier in Terracina durchzuführenden Wahl ihre Zustimmung ertheilenwürden. Einer der Cardinalbischöfe, Johannes von Porto, wardabei zugleich der Vertreter der gestimmten römischen Geistlichkeit,Abt Oderisius von Monte Cassino derjenige der Cardinaldiakone,Cardinal Rainerius von San Elemente der Cardinalpriester; derPräfect Benedictus hatte die Vollmacht der römischen Laien inne.Außerdem hatten noch einundzwanzig Bischöfe und vier Aebte sicheingefunden, und Boten der deutschen Anhänger der römischen Kirche,sowie der Gräfin Mathilde gaben den nachdrücklichen Wunsch zuerkennen, daß die Versammlung nicht unverrichteter Sache verlaufenmöchte, so daß sie einen freudigen Bericht zurückbringen könnten.

b) Als Nachricht über die Vorbereitung der Wahl bietet Petrus, 6bron.monast. Oasin., Oib. IV, c 2, die im Texte hervorgehobene Betonung desAntheils des neuen Abtes Oderisius, die aber nicht unwahrscheinlich ist: nachder Austührung von Irsquentes nuntii erebriqus legati tam ltomsuoriiiu,quam ultramontanorum et eomitissas blatbiläae aä sosäem spiseopos(so. die in c. 1 genannten episeopi et earclinales qui eum so, so. Victorepapa, erant) transmissi ist von diesen ausgesagt: rursum uuäique cos.iluus.ti,mm cum nostro akbate Oäsrisio, miserunt litteras Romanis olsriois stlaiois, sanoti Rstri üitelibus, mit der Einladung nach Terracina. Als Tagder Zusammenkunft ist — in der prima sbäomaäa quaäraßesimae — diequarta leria, ootavo läus Nartii genau angegeben (88. VII, 760).

Meyer v an Knau au, Jahrb. d. dtsch. R. unter Heinrich IV. u. V. Bd.IV. 13