194
1088 .
So kamen sie Alle am nächsten Tage, 9. März, in der DomkircheSan Pietro und San Cesareo, beim Hause des Bischofs, zusammen.Hier erhob sich zuerst Bischof Johannes von Tusculum und führteaus, was schon Gregor VII. und Victor III. hinsichtlich der Neu-besetzung der römischen Kirche festgestellt hätten, mit Betonung derUrsache der Versammlung. Auf ihn folgten Bischof Johannes vonPorto und der Präfeet Petrus, um über die ihnen ertheilten Auf-träge Auskunft zu geben, daß einem einstimmig erwählten Papstegleichmäßige Anerkennung werde entgegengebracht werden. AbtOderisius und Erzbischof Robert von Capua, zuletzt alle Ver-sammelten erklärten ihre Zustimmung, uuter Gebeten um GottesBeistand, und darauf wurde ein dreitägiges Fasten beschlossen, damitmit Gebeten und Almosenspenden der Hinweis ans eine würdigeNachfolge von Gott erlangt werden könne. Das geschah, und sotraten sie am folgenden Sonntag, 12. März in der Frühe, aber-mals in der Domkirche, zusammen, worauf die CardinalbischöfeJohannes von Porto, Johannes von Tusculum, Petrus von Albanoden Ambo bestiegen und nach eingetretenem Stillschweigen einstimmigden Cardinalbischof Otto von Ostia als Papst ausriefen, mit derFrage, ob dieser Name den Versammelten gefalle, worauf Alle ihreZustimmung laut bezeugten. Durch den Bischof von Albano wurdedann öffentlich bezeugt, daß der Neugewählte den Namen Urbananzunehmen gedenke; unter allgemeinem Zurufe wurde er zum Altäredes heiligen Petrus geführt, auf den Bischofsstuhl gesetzt, und nach-dem durch ihu eine Messe in feierlicher Weise gehalten worden war,trennte sich die Versammlung unter Bezeugung von Freude undDank gegen Gott. Auch die Vollziehung der Inthronisation hattesich also dergestalt außerhalb Rom's an die Wahl sogleich an-geschlossen ^).
st Die Geschichte der Wahl hat Urban II. selbst in den zwei Schreibe»,I. 5348 — an die deutschen geistlichen und weltlichen Fürsten (dabei sind aberdie von Giesebrecht, III, 1176 u. 1177, in den „Anmerkungen", angebrachtenVerbesserungen, bei Nennung der Auftraggeber des Uortnsnsis, einzustcllen) —und I. 5349 -- an Abt Hugo von Cluny —, vom 13. März, mitgetheilt. Da-neben steht die eingehende, im Wesentlichen übereinstimmende Erzählung desPetrus, 1. e., Inb. IV, o. 2 (I. o., 760 u. 761), die Schcfser-Boichorst, DieNeuordnung der Papstwahl durch Nikolaus II., 76 u. 77, als die verstümmelteVerarbeitung eines Rundschreibens an die italienische Welt erklären möchte.Doch ist die von diesem genannte Zahl der im Weiteren anwesenden Bischöfeund Aebte — qusüragints — zu hoch, da Urban II. in beiden Schreiben nebenden namentlich Anfgesührtcn noch XXI (aus dieser Zahl von I. 5348 entstandwohl irrig XVI in I. 5349) Bischöfe und vier Aebte im Allgemeinen erwähnt.Dagegen hebt Petrus noch die Anwesenheit der kegsti ultrsmontsnoruin stXlsttikäss eomitissas eigens hervor, nennt weiter den Versammlungsort, den9. März, zu Terracina und die dabei und weiter am 12. März eintrctendcnVorgänge. Weitere Nachrichten enthalten in Italien ^nnak. Osvsno.: Oäcko,Ho8tisnsi8 spisoopus, in psps.ni Ilrbsnum eligitur 4. Icius LIssi (dagegenXnnal. Osainsns. richtig Nsrtii), ^nnal. Lsnsvent., Ooä. 1: inenss Nsrtiooräinatus sst IIrbsnu8, Oocl. 3: Otto 8o8tisn8i8 episeopua in pspsm Ilr-bsnum oonssorstur s osräinslibus spuck Verrseinsin, in Deutschland alsbemerkenswerthere Erwähnungen Bernold, Obron. (nach einer vorausgehendcn