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4 (1903) 1085 bis 1096
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1088.

mönchische Wesen eingeführt, in Cluny durch die Gnade des heiligenGeistes wiedergeboren worden sei. Nachdem Gregor VII. ohneZweifel Otto schon vorher kennen und schätzen gelernt hatte, zog erihn nach dem Tode des Bischofs Gerald von Ostia nach Rom undhob ihn als dessen Nachfolger auf eine der ansehnlichsten Stelleninnerhalb der Reihe der Cardinalbischöse der römischen Kirche, sodaß er als Rathgeber des Papstes erschien, während er in denAugen der Gegner als dessen „Leibdiener" in verächtlicher Weisebezeichnet wurde. Doch sah hier Otto, ehe er seinen bischöflichenSitz einzunehmen vermochte, schon einen von Heinrich's IV. Seitegesetzten Gegenbischof Johannes sich gegenübergestellt. Daß hernachOtto zur Zeit der Anwesenheit Heinrich's IV. in Italien ganz zuGregor VII. hielt, verstand sich von selbst. 1083 hatte er hiefürdadurch zu büßen, daß der König, als er zu Gregor's VII. Synode,im November, sich begeben wollte, ihn gefangen setzen ließ; dagegenbewies der Papst neuerdings sein Zutrauen zu Otto, indem er ihn1084 als Legaten in das deutsche Reich ausschickte, als welcher derBischof seinen späteren hingebenden Gehülfen in Deutschland,Bischof Gebehard von Constanz, ordinirte und hernach 1085 dieSynode zu Quedlinburg gegen Kaiser Heinrich IV. leitete. Gregor VII.nannte auf dem Sterbelager seinen Namen, als einen derjenigen,die nach ihm gewählt werden möchten; aber als dann AbtDesiderius erwählt worden war, zeigte sich Otto, wie ErzbischofHugo in seiner Berichterstattung klagte, schwankend, zuerst unzu-frieden mit der Neubesetzung und an den hinterlistigen Absichtengegen Victor III. betheiligt, hernach jedoch wieder als dessen Be-förderer, indem er als Cardinalbischof von Ostia an der schließlichvon Victor III. in Empfang genommenen Weihe den hauptsäch-lichsten Antheil nahm 2).

Die Klostergeschichte von Monte Cassino erzählt die Vorgänge,die die Wahl Otto's einleiteten. Nachdem Victor's III. Tod diegrößte Trauer und Verzweiflung unter die Getreuen des heiligenPetrus überall geworfen, seien die Bischöfe und Cardinalgeistlichen,durch die der Papst nach Monte Cassino begleitet worden war,

2 ) Bergl. über Otto neben dem älteren Werke des Mauriner's Ruinart,in den Ouvrszea xo8tbums8 äs I). äean Llabilton st O. Nbisrrl Puinart,Lsnsäietina äs la (longrsgation äs Saint Naur, III, 1—334 (1724), undwieder nbgedruckt durch Migne, patrol. 8sr. Patina, 614, 9—266, und denDissertationen von C. Grünhagen, Vita Ilrbani II. (Partie, prior, Halle, 1848),

H. O. Simon, Ilrbani II. papas vita (Partie. I. — mit 1089 ab-brcchend —, Berlin, 1851), K. W. Laubert, Vita Ilrbani II. papas (Partie. I— nur bis zur Papstwahl reichend —, Breslau, 1858) die Hallenser Dissertationvon M. F. Stern, Zur Biographie des Papstes Urban's II. (1883), wo, 9—44,über das Borleben Urban's bis 1088 gehandelt wird. Den lebhaften Ausdruckdes Dankes für Cluny und für Hugo enthält 4. 5372, vom 1. November diesesJahres. Bergl. Bd. III,. S. 92, über die Erledigung des Bisthums Ostiadurch Gerald's Tod 1077. Die Bezeichnung als peäi88sgun8 steht in demunt. zu 1091 bei n. 13 berührten Zusammenhänge. Wegen des von königlicherSeite bestellten Gegenbischofs von Ostia Johannes vergl. Ughelli, Italia 8aera,

I, 75. Bergl. ferner Bd. III, S. 497, 606 u. 607, ob. S. 14 ff.