Weihe d. Königs Konrad; Versuche v. Annäherung d. Gegn. i. Oberdeutschland. 161
die Stellung des,Kaisers wesentlich gestärkt, und wenn er, wie dasnach kurzer Frist wieder geschah, den Sohn abermals über dieAlpen als Vertreter der Ansprüche auf die Beherrschung Jtalien'sentsenden wollte, so war ohne Frage dessen dortiges Ansehen durchdiese Erhöhung des Ranges gleichfalls befestigt.
Aber nochmals wurde mit der Mitte des Jahres der Versuchangebahnt, einen Vergleich im deutschen Reiche herbeizuführen.In Speier sollte eine neue Versammlung stattfinden.
Doch scheint auch innerhalb eines einzelnen Theiles des Reiches,der geradezu zumeist zerrissen war, eine gewisse Annäherung schonvorher eingetreten zu sein. Wenigstens ist es ganz bemerkenswerth,daß hier am 5. Juni zwischen Vertretern aus den einander sonstso feindselig gegenüberstehenden Lagern auf oberdeutschem Gebieteein friedliches Zusammentreffen für ein Rechtsgeschäft bezeugt ist,bei dem Berchtold, sein Bruderssohn Graf Hermann einerseits alsZeuge und andererseits der durchaus kaiserlich gesinnte BischofBurchard von Basel als Betheiligter erschienen. In dem da fest-gestellten Tausche gewann der Mönch von Cluny, Udalrich, der alsPrior der zu Grüningen im Breisgau entstandenen geistlichen Stiftungderen Verlegung in eine dem klösterlichen Leben günstigere Einsamkeit,in den Schwarzwald, wünschte, den dem Bisthum Basel zustehendenspäter St. Ulrich genannten Ort Zell von dem durch den Vogtseines Stiftes vertretenen Bischof Burchard, so daß eben auch einso eifriger Gesinnungsgenosse des Hirsauer Abtes Wilhelm, wie derPrior ein solcher war, hiebei mit dem im zweitvorangegangenenJahre auf der Quedlinburger Synode verurtheilten Vorsteher desBasler Sprengels Abmachungen traf. Alles wies unverkennbar aufeine im Augenblick beiderseits getheilte versöhnlichere Stimmunghm')-
und seine Söhne, 5, ist diese Handlung irrig um das Weihnachtsfest angesctzt,so daß Konrad gleich nach der Krönung nach Italien ausgebrochen wäre.
y Hcyck, I. c., 147 u. 148, hebt die Wichtigkeit dieser Zusammenkunft zurVollführung einer Tauschhandlung zwischen Persönlichkeiten, die durch diepolitischen Ereignisse bisher gänzlich getrennt gewesen waren, mit Recht hervor.Der Tausch — über die urkundlichen Zeugnisse vergl. dort 148, u. 512, ebensoHauviller, Ulrich von Cluny (Kirchengeschichtliche Studien, III, 3. Heft), 59n. 6 — fand jedenfalls in diesem Jahre statt; er betraf den Ort (teils imThale des Schwarzwaldbaches Melin, vielleicht ursprünglich von St. Gallenher in das Leben gerufen (vergl. meine Gaugeographie in den Mittheilungendes historischen Vereins von St. Gallen, XIII, 159, sowie Riezler, in denForschungen zur deutschen Geschichte, XVIII, 546), der dann den NamenSt. Ulrich empfing (vergl. auch in der Vits. posterior s. Iläslrici priorisOelleusis, c. 29, über die Auffindung dieses locus . .. s sssculsrium turbiuslange remotus durch Udalrich und daß dieser baue (sc. locum) omni äesi-äerto smplsxstur, Lurelrsräum Lssilisnssm sutistitem, sä cuius jusspectsbst, cum uobilibus viris couveuit st . . . psrpetuo jure bsbitsuäumseguisivit: 88. XII, 262). Darüber daß auch Hermann an dem Tausch-geschäfte als Zeuge theilnahm und daß (teils in der Urkunde als in psgoLrisgouvs in comitstu Ilsrimsuni comitis liegend bezeichnet wird, vergl.Hehck, l. c., sowie Bd. III, S. 204 u. 205 (wegen der Zutheilung des Breis-gaues nach dem Tode des Bischofs Wernhcr von Straßburg an den Pfalzgrafen
Meyer v an Kn on au, Jahrb. d. dpch. R. unter Heinrich IV. u. V. Bd.IV. 11