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eine historische Wahrheit und als solches gewiß ebenso viel wcrth als jedes andere Jahrhundert. Werihm seine Kräfte widmet, wird dafür belohnt werden;wer aber darin das Erhabene schauen, und für dieGöttlichkeit Ideale suchen will, der sucht ganz gewißvergebens.
Ich weiß nicht, ob nach diesen Vordersätzen Ben-demann's gefangene Juden dir so groß erscheinenwie jenen, die sic vorzeits in den Himmel erhoben,(worin ich beiläufig gesagt wenig Frömmigkeit, aberviel Beweis gegen die Größe unseres Jahrhundertsfinde), aber ich weiß wohl, daß mir diese Juden nie-mals die Mädchen am Brunnen aufwiegen.
Ich erinnere mich noch recht lebhaft des Augen-blickes, wo ich zum ersten Male jene Mädchenam Brunnen sah. Ick, verstand zu der Zeit nochgar nichts von Malerei, und begriff die ganzeAesthctik nur nach der Liebe, die ich für dich solebendig in der Brust trug. Ich sah die lieben,frommen Mädchen mit lebhaften Farben vor mir, ichmeinte auch an ihnen jene unendliche Sehnsucht zuentdecken, welche an mir zehrte, und war derhinter ihnen sluthendcn blauen See recht herzlichgram, daß sic meine Andacht durch ihre unnatürli-chen Farben zu verderben suchte. Ich war doppeltbestochen, und von einer Seite bin ich cs noch. Ichfühle das Glück, welches mir durch dich gewordenist. Diese Ruhe und diese Thatkraft, welche durchdich bei mir einkehrten, werden den Wunsch leben-dig erhalten, auch andere, wie mich, glücklich zuwissen. Ich werde das Mitgefühl nie vcrläugncnkönnen; Bendemann's Jungfrauen am Brunnen wer-den mir immer mitleidswerthe Mädchen sein.