Vater zu Füßen. Dieser legt die Hand auf den Kopf desBüßenden, bcngt denselben nach Hinten, und — der Va-ter weicht vor dem Sohne zurück. Das Bild ist viel zukalt und ohne Haltung. Ludolph's Kopf und Mienen, sotrefflich sie an einer andern Stelle sein würden, paßennicht. Er ist als ein frommer Dulder dargestellt, undnicht als ein Sohn, der im Bußgewand zu seinemVater Vergebung bitten kommt. Otto scheint hier einfinsterer Mann, an dem sich wohl die Ucbcrraschungaber nicht das Vaterherz kuud gibt. Des KönigsGefolge, welches den Effect der Darstellung zu ver-mehren im Stande gewesen sein würde, ist so ferngehalten und zwar eines halsbrechcnden Felswcgeswegen, den niemand benutzen wird, wenn er so schö-nes Terrain daneben hat, wie hier. Der abschüssigeBoden, der schmale Pfad, sind auch einer ordentli-chen Gruppirung hinderlich geworden, und selbst diejetzt so beliebte zwei Drittel Größe der Figurenscheint den Eindruck des Bildes vernichten zu wollen.
Die Darstellung liegt gar nicht im Charakterder Geschichte. Witichind erzählt sie in seinen snna-Ics cord, bei Meibom. Der König befand sich beiSuvcldun auf der Jagd, da erschien sein Sohn Lu-dolph vor ihm in bloßen Füßen wie ein Büßendergekleidet, warf sich zur Erde und weinte bitter-lich. Otto hatte ein weiches Herz, er brach beidem Anblick seines Sohnes in Thränen aus,und hob den Verlorenen von der Erde auf. Dieganze Umgebung war von dem Auftritte ergriffen.
Stilkc's zweites Bild: Syrische Christen ver-lassen, von den Türken gedrängt, das gelobte Land,ist bei weitem befriedigender. Es finden sich vieleschöne Köpfe darauf, cs befremdet aber, daß man