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seinen he Hern Beziehungen gewachsen fühlte; und nurderjenige, welcher in Naivität gleich Lüsternheit sucht,kann solch eine Kunstrichtung vcrdammlich finden.
Von W. Schadow waren drei Bilder ausgestellt134, 135. Zwei Portrait, welche unverändert als zweiEngel in der Kreuzabnahme (133) lebensgroß ausge-nommen sind. Dort tragen sie die Lcidcnswcrkzcugc,und stehen zu jeder Seite des Kreuzes. Der eineEngel hat die Lanze von sich gestreckt, wie Wacht-posten das Gewehr, wenn sie vor hohen Personenpräscntiren. In beiden Engeln zusammen liegt keineandere Bewegung, als daß der Eine zum Himmelblickt, der Andere in die Welt hinein. Beide tragenkostbare Diakonen-Gcwändcr. Von dem Kreuze istnur der unterste Balken sichtbar, er thcilt das ganzeBild von oben nach unten in zwei Hälften. DieMutter Maria als Matrone, den Leichnam Christiauf dem Schooße, sitzt am Fuße des Balkens. DerKopf der Maria ist vorzüglich, es liegt ein edler unddoch bitterer Schmerz darin. Auch ist Colorit undZeichnung im Bilde kostbar und das Gewand derMaria schön drappirt. Als eine historische Compo-sition betrachtet, fehlt dem Bilde das innere Leben.Nimmt man den Kopf der Maria weg, so gleichtdas Zurückblcibcndc einem Stillleben. Christus istganz todt, nur zwei Farben in dem ganzen Leichname,der schon so kalt und steif ist, daß cs störend auf-fällt; und die beiden schildwachstchcndcn Engel inihren starren Gewändern und statuenmäßigcr Bewe-gungslosigkeit sind nicht im Stande dem Ganzeneinen thätigen Reiz zu leihen. Man ruft aus, vor-trefflich, kostbar gemalt, aber todt — seelenlostodt. —