An Schadow's Bildern vermißt man den festenTypus; sie erscheinen an dem Individuellen geboren,und nicht an dem Generellen individnalisirt.
Gewiß jeder, der für die Kunst ein Gefühl hat,bedauert, daß in C. Sch euren aus Aachen mitjedem Tage sich bestimmter eine gemißbrauchte Ge-nialität herausstellt. Unter den fünfzehn seiner dies-jährigen Productioncn, trugen seine Fischer am See(147) die wenigsten Spuren der Flüchtigkeit an sich;sie legten aber auch am deutlichsten an den Tag, wasScheuren, der noch jung ist, werden kann, wenn erwill, und was die Kunst verliert, wenn er seine Be-stimmung nicht erreicht.
Schirmer scheint der Kritik ein Recht über sichcingeräumt zu haben. Er ist in die Schweiz gereis't,und hat Vortreffliches zurückgebracht. Die harteManier, welche sich vor dieser Epoche in seinen Bil-dern von Tag zu Tag mehrte, und die er mit Hart-näckigkeit allen Warnungen zuwider noch zu steigernschien, hat sich verloren. In seiner »Abendlandschaftmit Staffage« (156) zeigt er, daß auch die.Harmonieder Farben seinen Beifall gefunden hat, und in seinem»Weg über die Alpen« läßt er uns nicht in Zweifel,daß auch Kraft mit Harmonie verbunden werden kann.
Diese letztere Landschaft hat einen besonder» Reizin sich, die Farbenpracht und die Schönheit der Linien,die Großartigkeit der Formen wirkt zusammen undweckt in der Brust des Beschauers erhabene Empfin-dungen. Den ganzen Vorgrund nimmt eine tiefeSchlucht ein, sie trennt den Beschauer von der Land-schaft, mit der er unr durch einen schmalen Fclswegin Verbindung steht, der an einer Seite über dieSchlucht hinweg läuft und sich jenseits in einen Wald
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