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sein greises Haupt. Er hat sich vom Sessel erhobenum über die Wahrheiten, welche sein Innerstes durch-dringen, Aufschlüsse zu geben. Der Ornat, und mehrnoch die fromme und milde Miene und Haltung desHeiligen, dem die stille Ucbcrzcugung der göttlichenWahrheiten und das dcmüthige Bewußtsein durchdie ihm geliehenen Wundcrkrafte ein Werkzeug gött-licher Allmacht, Gute und Barmherzigkeit zu sein, aufdem Gesichte geschrieben steht, sagt uns, daß wir denfrommen und Gott ergebenen Martin, Bischof vonTours und nicht den gelehrten und beredten PabstMartin, den Heiligen, vor uns haben. Nur die kostbarenGewänder, so schön sic gemalt sind, entsprechen demeinfachen Charactcr wenig, heben aber die Wirkung,auf welche das Bild berechnet ist, desto mehr.
Mir scheint die Idee, welche der Eomposition zumGrunde liegt, eine glückliche; sie ist transcentendal,und doch leicht faßlich und ansprechend; sie scheintfür ein Altarblatt besonders geeignet. Der Patronder Kirche ist dargestcllt, wie er sich zu seiner, ihmergebenen und vor ihm in der Kirche versammeltenGemeinde wendet. Jedem Pfarrkinde soll der Heiligeetwas Ucberzengendes und Tröstendes bringen; ersoll zu jedem unmittelbar hintretcn, dem ZweifelndenGewißheit, dem Unglücklichen Linderung, dem Ver-stockten Reue, dem Reuigen Zuversicht, allen heil-same Stärkung und fromme Beruhigung angedcihenlassen.
Es war eine schwierige Aufgabe, die auch Göttingnicht ganz gelöst hat; das Steife, Statucnmäßige,welchem man hier unter dem Namen des Architekto-nischen das Wort redet, scheint einen großen Theildes Mißlingens an sich zu tragen.
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