Blick. Am unübertrefflichsten aber ist der Scelen-zustand dcS Weibes. Die Hände ringend, starrt ihrBlick so wild und doch, der Lage sich bewußt, so Er-barmen sichend, daß dem Zuschauer eisig wird. Erfühlt die ganze Wahrheit der Haudluug, vergißt sichin Mitleid und Hilst Rettung sichen auf das demTode geweihte Haupt.
Doch so dramatisch dieser Theil des Bildes ist,so lächerlich und störend ist ein anderer. ZurSeite der Gruppe nämlich und ganz dicht vor ihr,erblickt man einige schwere Waffen und einen Pfcrdc-sattel, letzterer einem der im Hintergründe todtlicgcn-dcn Pferde entnommen. Abgesehen davon, daß, wennder Maler sich mit dem Zustande einer Wüste undder Art sie zu bereisen bekannt gemacht hätte, er sichüberzeugt haben würde, daß man solche nie mitPferden allein zu durchwandern pflegt (wären Kamcclevorhanden gewesen, so hatte man von diesen diePferde weit überlebenden Thiere die letzte Spurentdecken müssen); abgesehen davon, daß die hiergezeichneten Pferde durchaus nicht von Hunger undDurst umgekommen, vielmehr, wenigstens eins der-selben , ganz feist und wohlerhaltcn dargcstcllt sind;abgesehen hiervon, der Gedanke der Reisenden, demletzten Pferde noch den Sattel zu nehmen und diesenmit sich durch die endlose Steppe fortzutragen, und diewirkliche Ausführung dieses Gedankens zu einer Zeit,wo sie schon sehr tief die Abnahme der Kräfte em-pfinden mußten, da sie ja, nur noch wenige hundertSchritte von dem zuletzt gestürzten Pferde sich fort-schleppend, schon zusammen sanken, dieses grenzt andaS Lächerliche und stört den sonst erhabenen Ein-druck, welchen das Bild macht.